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17.04.2011

11:23 Uhr

Kommentar

Den Schwellenländern gehört die Zukunft

VonFrank Sieren

Auch wenn das nicht jeder wahrhaben will: Europa und die USA sind nicht mehr die Machtzentren dieser Welt. Die Gewichte haben sich verschoben - schon allein aus ökonomischen Gründen.

Brics – das ist die Abkürzung für die bunteste Vereinigung von Staaten, die die Globalisierung bisher hervorgebracht hat: Brasilien, Russland, Indien, China und neuerdings Südafrika. Und genau deswegen werden diese Länder von manchen altvorderen Beobachtern aus dem Westen mit Herablassung gestraft. Zu ihnen gehört offensichtlich auch Josef Joffe, der findet, dass die Aufsteiger sich wichtig machen. Sie passen nicht zusammen, lautet sein Vorwurf. Sie übernehmen keine Verantwortung. Ihnen fehlt die Substanz. Deshalb werden sie die Welt „nicht aus den Angeln heben“.

So haben auch die Vertreter der etablierten Parteien noch Mitte der neunziger Jahre über die Grünen gesprochen. Kurz darauf waren diese in der Regierung, und inzwischen revolutionieren sie die deutsche Parteienlandschaft.

Die Brics-Staaten sind allerdings schon heute mächtiger, als es die Grünen damals waren. Sie vertreten über 40 Prozent der Weltbevölkerung. Ihr gemeinsames Handelsvolumen ist in der vergangenen Dekade um 30 Prozent jährlich gestiegen. Schon heute erwirtschaften sie, an der Kaufkraft gemessen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 17 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Das ist immerhin schon die Hälfte dessen, was Europa und die USA zusammen erreichten. Und das, ohne sich dabei bis zur Ohnmacht zu verschulden. Die Aufsteiger halten heute 40 Prozent der Weltdevisenreserven. Doch vor allem: Die Brics-Gruppe erzeugt über die Hälfte des globalen Wirtschaftswachstums. Und nur wenig spricht dagegen, dass das anhält. Den deutschen Aufschwung 2010 verdanken wir der Nachfrage dieser Länder. Das soll keine Substanz sein?

Besonders amüsant ist darüber hinaus das Argument des Transatlantikers Joffe, der Brics-Bund könne nicht funktionieren, da die Partner Tausende von Kilometern entfernt liegen. Richtig liegt er hingegen mit der Einschätzung, dass die Brics-Staaten sehr unterschiedlich sind. Gemäßigte Diktaturen sind ebenso darunter wie unübersichtliche Demokratien. Die Mentalitäten könnten vielfältiger nicht sein.

Manche Länder haben Handelsbilanzüberschüsse, andere leichte Defizite. Die Pro-Kopf-Einkommen divergieren stark. China hat fast so viel Wirtschaftskraft wie alle anderen zusammen. Alle anderen außer Südafrika halten sich dennoch für verkannte Weltmächte. Und selbst die Südafrikaner, die Kleinsten in der Gruppe, sehen ihr Land immerhin als die Führungsmacht Afrikas.

Kommentare (4)

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17.04.2011, 21:46 Uhr

Part 1

Ich würde mich mit Lobeshymnen auf die BRICS eher zurückhalten. Den man darf nicht vergessen das sie nur wenig gemeinsam haben und das gelinde gesagt, in wesentlichen eint sie höchstens eine Antti amerikanische Außenpolitik (und selbst das sind sie zerstritten und inkohärent) aber da hören die Gemeinsamkeiten schon auf. Sprich die BRICS sind ein inkohärenter Haufen ganz anders als es die USA oder die EU sind, z.b sind Indien, Brasilien, Süd Afrika Demokratien während Russland eine verkappte Halbdiktatur ist und China guten Gewissens als klassische Diktatur einzustufen ist. Aber da hört es mit den tränenden nicht auf so z.b betrachtet Indien die Chinesen als Gegner und rüstet massiv gegen China auf, auch wirtschaftlich steht man sich feindlich gegenüber und wirft China vor einen Wirtschaftskrieg gegen Indien zu führen, ja es ist gar so das Indien bedeutend schlechtere Beziehungen mit China pflegt als mit den USA.

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17.04.2011, 21:48 Uhr

Part 2


Brasilien steht ebenfalls in Streit mit China und dies Hauptsächlich wegen Wirtschaftlicher Streitigkeiten auch sonst hat man wenig Gemeinsames dafür viel Trennendes sowohl Kulturell wie auch Politisch. Während Russland das wiederum gar kein richtiger BRIC Staat ist sondern eher ein Atomares Saudi Arabien mit seiner schwindendenden Bevölkerung, einer völlig maroden und von Öl und Gas Geschäft abhängen Wirtschaft in erster Linie die BRICS in klassischen Denken des Kalten Krieges zu einen Antti Westlichen Gegenpol umbauen will und das mit wenig Erfolg, wobei sein Vorgehen meist Emotional gesteuert ist und selbst hier ist man sich mit China das eine professionelle Feindschaft mit den USA führt nicht einig und blitzte bei China bisher meist ab. Und Süd Afrika ? Nicht der Rede wert, es hätte ebenso gut jedes andere beliebige Schwellenland sein können. Nimmt man China also (C) aus den BRICS heraus, also betrachtet man die BRIS so stellt man fest das diese keine ernsthafte Gefahr für den Westen darstellen, den China ist real wirtschaftlich stärker als die übrigen BRICS Staaten zusammen.

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17.04.2011, 21:49 Uhr

Part 3

Sollten zudem die USA ihre Haushaltsmiesere durch einen radikalen Sparplan der alle drei Aspekte der Ausgaben umfasst also Ausgaben, Ansprüche und Steuern in den Griff bekommen und die EU nicht auseinander brechen. So können die BRICS trotz ihres guten Wachstums für eine sehr lange Zeit weiter die Zweite Geige spielen. Das heißt nicht, dass der Westen weiter ein so großes Stück des Kuchens mehr für sich beanspruchen wird wie in den 90er aber immer noch das klar größere Stück. Denn auch der unangefochtene Führer der BRICS also China hat große Strukturelle Probleme, z.b die katastrophale Demografie, die massive Zerstörung der Umwelt oder das diktatorische Führungssystem, dass Innovation einschränkt, den freie Gesellschaften sind produktiver bzw. innovativer als unfreie. China kann eben genauso stürzen wie es das noch 1988 “unaufhaltsame“ Japan es tat, eine Immobilien Kriese das den nicht nachhaltigen Wachstum des Landes ein Ende setzt wäre schon das Ende des BRICS Traumes wenn nicht gar das Ende des Chinesischen Regimes selbst.

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