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09.03.2011

08:20 Uhr

Kommentar

Der Westen muss in Libyen eingreifen

VonChristoph Rabe

Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Der Westen muss das unterbinden – mit einer militärischen Intervention. Ein Kommentar von Christoph Rabe

Christoph Rabe ist Handelsblatt-Kolumnist. Quelle: Pablo Castagnola

Christoph Rabe ist Handelsblatt-Kolumnist.

Muammar el Gaddafi massakriert sein eigenes Volk – und der Westen schaut ratlos zu. Wie soll er dem libyschen Diktator nur beikommen? Immer schärfer werden die Forderungen nach einer Intervention, die Rebellen verlangen mehr Unterstützung. Aber Uno und Nato zögern. Und solange sich die USA nicht klipp und klar für ein militärisches Vorgehen aussprechen, dürfte sich daran auch wenig ändern.

In Washington weiß man, wie heikel eine Intervention in Libyen ist. Mit der Invasion im Irak und dem Krieg in Afghanistan haben sich die USA in der arabischen Welt keine Freunde gemacht und in den betroffenen Ländern keinen Frieden geschaffen. Zwar plädiert mittlerweile selbst die Arabische Liga für eine Flugverbotszone über Libyen. Aber ganz ohne Gewaltanwendung lässt sich die kaum durchsetzen. Davor schrecken die USA – noch – zurück. Zumal sie für Militäraktionen kaum mit der Zustimmung Chinas und Russlands rechnen können.

Aber wie lange können sie eine Entscheidung noch hinauszögern? Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Und er hat sogar die Chuzpe, den Europäern mit einer Flüchtlingswelle aus dem afrikanischen Kontinent zu drohen, falls sie ihre Sanktionen verschärfen. Wenn EU und USA, die beide den Regimewandel fordern, nicht nur leere Drohungen ausstoßen wollen, müssen sie jetzt bald handeln. Auch wenn das schwerfällt.

Kommentare (13)

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trabelschuter

09.03.2011, 09:27 Uhr

Wir stecken in einem Dilemma, an dem wir aber nicht unschuldig sind. Wer Forderungen nach Freiheit und Demokratie unterstützt und damit letzlich die Aktivitäten der Rebellen in Lybien, steht nun vor dem Problem handeln zu müssen. Wer sagt uns denn, dass nach dem die Rebellen die Macht in Lybien übernommen haben, nicht wieder ein Stamm das Sagen hat und andere unterdrückt? Wie wollen wir das verhindern? Was ist mit den Flüchtlingen. Wie im Kossovokrieg lasst alle mühsam Beladenen zu und kommen, von dene dann immer noch viele in Deutschland sind und der Allgemeinheit auf der Tasche liegen. Dass dies auch noch dummerweise in der Regel Muslims sind, ist auch bei lybischen Flüchtlingen nicht zu vermeiden. Dass es darunter welche gibt, die dann, obwohl keiner das verstehen kann, mal ein paar Amerikaner erschießt, wird dann wohl auch billigend in Kauf genommen.
Wann werden die ganzen Gutmeschen mal wach? Haltet Euch aus Lybien raus und betrachtet die Sache pragmatisch. Auch die neuen Chefs, vielleicht sind es ja auch die alten, wollen Geld mit Öl verdienen. Das ist nicht kaltherzig, aber wir Europäer können die Welt nicht retten, wir sollten es halten wie die Amerikaner, nur unsere Interessen wahren.

Account gelöscht!

09.03.2011, 10:00 Uhr

trabelschuter, ich kann ihnen nur zustimmen, wann werden die ganzen Gutmeschen mal die Welt so sehen, wie sie wirklich ist???
Danke

alfred

09.03.2011, 10:06 Uhr

Der Westen muss gar nichts. Was haben Kosovo, Iraq, Afghanistan und jetzt möglicherweise Lybien für die breite Bevölkerung gebracht, ausser der Finanzkrise, Schulden - Eurokrise , Inflation, und menschliches Elend und Korruption in den betroffenen Ländern?? Was wir ganz sicher nicht brauchen können ist noch ein Krieg, von dem nur die Militärs, die Industrie und die Kriegsgewinner profitieren. Der Westen sollte sich auf politische und humanitäre Hilfe für die betroffene Bevölkerung beschränken. Dazu gibt es internationale Organisationen wie die UNO und den Internationalen Gerichtshof. Die Politiker sollen wissen dass ihre Renaissance des Krieges in der breiten Bevölkerung auf kein Verständniss stoßt. Das Mär von der eigenen Sicherheit die am Hindukusch verteidigt wird gehört in die Märchenbücher. Genau so sehen es die Wähler!!

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