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10.06.2012

15:53 Uhr

Kommentar

Die unbemerkte Allianz zwischen Russland und China

Russland und China arbeiten auf vielen Ebenen weit enger zusammen, als dem Westen oft wahrnimmt. Zudem ist Europa mit der eigenen Krise beschäftigt. Welche Folgen diese mächtige Allianz in Zukunft haben könnte.

Frank Sieren. Der Bestsellerautor ("Der China-Schock") gilt als einer der führenden Chinakenner.

Der Bestsellerautor Frank Sieren („Angst vor China“) gilt als einer der führenden Chinakenner.

Europa ist derzeit sehr mit sich selbst beschäftigt. Aber der Rest der Welt wartet nicht auf uns. Davon zeugt auch der dreitägige Peking-Besuch Wladimir Putins, der am gestrigen Donnerstag zu Ende ging. Der russische Präsident, von europäischen Politikern immer wieder brüskiert, reist inzwischen gerne nach Osten. Die einstigen Rivalen Moskau und Peking finden immer größere Gemeinsamkeiten, etwa wenn es um die Gestaltung der neuen, multipolaren Weltordnung gehen soll.
Wirtschaftlich gesehen: Russland hat die Bodenschätze, die China braucht, und China hat das Infrastruktur-Know-how, das wiederum Russland braucht. Aber auch politisch findet man mehr und mehr zueinander: Im Umgang mit den notorischen Störenfried-Staaten Syrien und Iran zum Beispiel ziehen beide Weltmächte längst zusammen an einem Strang. Gemeinsam will man jetzt auch Afghanistan wieder auf die Beine helfen, diesmal aber ganz ohne Waffen.
Der größte Flächenstaat und das bevölkerungsreichste Land der Welt betreiben zudem einen Klub, für den sie weiterhin fleißig Mitglieder werben, die ihre Interessen teilen: die im Jahre 2001 gegründete "Shanghai Cooperation Organisation" (SCO). Dankbare Mitglieder sind die Staaten Zentralasiens. Anlässlich des Putin-Besuchs kamen alle diese Interessenten in Peking zu einem Gipfel zusammen. Iran und Afghanistan sind als Beobachter ebenfalls dabei.

Eine mächtige Allianz Gleichgesinnter bildet sich dabei heraus, und man muss wohl auch erkennen: gegen die Interessen des Westens. Das ist immer noch ein politisches Ambiente, in dem sich Putin sichtbar wohlfühlt. Die Chinesen haben ihn dabei nicht spüren lassen, dass er in der SCO eigentlich nur der Juniorpartner ist. Deshalb auch schwelgt Russlands Präsident nun von "Beziehungen auf einer noch nie erreichten Höhe".

Auf dem Sankt Petersburger Gipfel der Europäischen Union und Russlands von Anfang der Woche war das noch anders. Dort musste sich Putin erneut herbe Vorwürfe zu seinem autokratischen Umgang mit den politischen Gegnern anhören. In Peking dagegen herrsche, so Putin unverblümt, ein pragmatischerer Ansatz "ohne Vorurteile und Stereotypen". Da mag man in Europa noch so viel über die neue Einigkeit der Diktatoren schimpfen. An der wachsenden Bedeutung der SCO wird dies absolut nichts ändern. Und je schwächer Europa wird, desto einfacher kann diese neue Allianz auftrumpfen.

Von

fsi

Kommentare (6)

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pascot

10.06.2012, 22:30 Uhr

was russland und china schmieden ist eine reine verteidigungsallianz gegen die natomörderbande.

raketenabwehrschirm um russland vor iranischen angriffen zu schützen.
das ist dermassen lächerlich,das mir die worte fehlen.
noch schlimmer ist das unsere schundmedien nichtmal diesen unsinn in der luft zerreissen.
egal welche fanatsievollen lügenkonstruktionen sich hollywoodamerika auch immer ausdenkt.
deutschlaqnds medien sind dermassen korrumpiert,eingeschüchtert,infiltriert das zionisten,amerikanische eliten,deren politikermarionetten rund um den erdball erlauben dürfen was sie wollen.
sie geniessen von der presse die selbe immunität wie deren massenmörder in uniform.

Jaja

11.06.2012, 10:44 Uhr

Vor lauter Angst und Neid wird Russland bzw. Putin als dumm, aggressiv und rückständig angesehen. Auch in diesem Artikel versucht der Autor alles in lächerliche zu ziehen - Putin der kleine "Juniorpartner und er merkt es nicht mal. Das ist falsch. Hätte der Autor nicht nach Putins Aussehen bewertet, sonder nach seinen Programmen, Vorhaben und Reden, dann würde hier was Informatives stehen.
Aber gut. Wenigstens hat der Hr. Sieren erkannt, dass der Westen mit seiner abwertenden und arroganten Haltung die Beziehungen zwischen Russland und Europa unnötig abkühlen lässt. Putin wird mit Europa nicht brechen, denn er hat was im Kopf. Wirtschaftlich wird Russland aufgenommene Verpflichtungen erfüllen (wie immer!). Aber bei den unfähigen Europapolitikern und insolventen Europa um Freudnschaft zu betteln hat der Putin nicht nötig.

matze

11.06.2012, 11:50 Uhr

jaja, stimme voll zu.
aber hinterlasse dem autor doch ein kompliment. er hört wenigstens die stunde schlagen. unsere kopfscheuen gutmenschen haben halt ihre analytischen fähigkeiten verkümmern lassen.

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