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29.06.2011

15:16 Uhr

Kommentar

Eine Krise auf Wiedervorlage

VonTill Hoppe

Die Erleichterung ist groß nach dem Ja des griechischen Parlaments zum neuen Sparpaket. Doch Athen und die Eurozone haben sich damit nur Zeit gekauft: Es wird nicht lange dauern, bis das Theater von vorne beginnt.

Der griechische Premier Georgios Papandreou mit Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: Reuters

Der griechische Premier Georgios Papandreou mit Kanzlerin Angela Merkel.

DüsseldorfDas griechische Parlament hat das nächste Sparpaket angenommen und den Weg frei gemacht für neue Milliardenüberweisungen der Euro-Staaten und des IWF. Die drohende Zahlungsunfähigkeit wird damit abgewendet, der große Knall vermieden. Soweit die gute Nachricht.

Die schlechte: Es wird nicht lange dauern, bis die Probleme wieder akut werden. Der Plan zur Rettung Griechenlands hat bisher nicht funktioniert. Und es ist nicht ersichtlich, warum er künftig funktionieren sollte.

Das Konzept, im Grundsatz vor gut einem Jahr von Euro-Staaten, IWF, EZB und Athen zusammengezimmert, lässt sich auf einen simplen Nenner bringen: Zeit kaufen und hoffen, dass die Griechen es irgendwie schaffen, ihre Finanzen soweit in Ordnung zu bringen, dass sie sich wieder Geld an den Finanzmärkten borgen können. Das Problem: Die Lage des Landes ist so schlecht, dass das nicht gelingen kann.

Als die Retter das erste, 110 Milliarden Euro umfassende Paket im Mai 2010 schnürten, hieß es, Griechenland solle bis 2012 wieder fit für die Märkte sein. Es hat kein Jahr gedauert, bis sie einräumen mussten, dass das nicht klappen wird. Deshalb kratzen sie nun erneut rund 100 Milliarden zusammen, um den Euro-Partner weiter über Wasser zu halten.

Schon jetzt ist klar, dass auch dieses Geld nicht lange reichen wird. Selbst wenn es der Regierung Papandreou gelingt, die mit den Geldgebern vereinbarten Brachial-Einsparungen bis auf den Euro genau umzusetzen, steigen die Schulden weiter: Nach Berechnungen der Citigroup werden sich selbst dann die Verbindlichkeiten 2014 auf 180 Prozent der Wirtschaftsleistung summieren, heute sind es etwa 160 Prozent des BIP. Wie das Land unter diesen Umständen wieder auf eigenen Füßen stehen soll, bleibt das Geheimnis der Retter.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

29.06.2011, 16:07 Uhr

Endlich spricht es hier einer aus: hört auf, gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen!

Gebt den Griechen Geld bis zum Jahresende und nutzt die 6 Monate, das Insolvenzverfahren auszuklügeln.

In Deutschland dauert es mehrere Jahre gesetzlich verordnete Erhöhungen wie ein Kindergeld umzusetzen.
In der EU dauert es zig Jahre eine einheitliche Richtlinie für die Kennzeichnung von nichgt für den Verzehr durch Menschen vorgesehenem Fleisch aufzusetzen.

Es dauert 1 Woche um in Deutschland Zusagen für zig Milliarden an Banken in Deutschland zu geben oder marode Banken zu kaufen.

Es dauert 2 Wochen um in der EU 110 Mrd. lockerzumachen.

Mein Mitleid mit den Menschen in Griechenland, allerdings ist der eingeschlagene Weg der Weltsozialismus. Und es wurde bereits bewiesen, dass der nicht funktioniert. Auch wenn das nicht überall bekannt ist.

werneremil

29.06.2011, 16:11 Uhr

der griechentrick hat funktioniert-proteste-beschimpfungen-generalstreik fuer 2 tage(damit keine revolution entsteht) und heute abend beim galadinner mit der opposition lachen sich die griechen tot ueber die spinatwachtel in deutschland,dem werdenden vater in frankreich und die anderen regierungsidioten der eu.das kommt davon wenn man schrottpolitiker aus allen eu staaten mit dummenposten der eu-verwaltung fuettert.beim aufteilen des euro-geldsegens heute nach dem festbankett in athen wird das jolen kein ende nehmen-sie haben es wieder geschafft-ohne arbeit an geld zu kommen.der naechste trick ist schon verabredet.

Kraeftemangel

29.06.2011, 16:24 Uhr

Der Aufschwung und das Wachstum auf Pump ist beendet. Das muß jetzt auch der letzte Eurokrat kappieren. Die USA werden das auch noch begreifen müssen, spätestens dann, wenn sie anfangen zu überlegen, welche Maßeinheit denn nach Billionen kommt. Antwort: Trillionen Dollar Schulden
Es wurde sich Zeit erkauft? Ja. Aber auf wessen Kosten. Deutschland ist jetzt nicht nach 20 Jahren sondern schon nach 10 Jahren Pleite. Wenn's so weiter geht auch nach 5. Liebe Beamte, genau hinschauen nach Griechenland. Genau das wird auch mit euren Pensionen passieren. Einen schönen Tag.

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