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04.11.2011

11:55 Uhr

Kommentar

Europa muss sich für Chinas Investoren öffnen

VonFrank Sieren

Die EU-Staaten sind mehr denn je auf chinesisches Geld angewiesen. Eine Partnerschaft wäre sinnvoll. Noch können wir entscheiden, ob wir China als Partner akzeptieren oder zum Wettbewerber machen.

Eine Ein-Euro-Geldmünze wird von zwei chinesischen Essstäbchen gehalten. dpa

Eine Ein-Euro-Geldmünze wird von zwei chinesischen Essstäbchen gehalten.

Wer Partner hat wie den griechischen Präsidenten Giorgos Papandreou, der braucht Wettbewerber wie die Chinesen nicht zu fürchten. Nun, da der Rettungsschirm im Zuge der griechischen Volksbefragung wie ein Kartenhaus zusammenzufallen droht, benötigt Europa noch dringender chinesisches Geld.

Dennoch sollten wir uns die Zeit nehmen, aus den Fehlern der Amerikaner zu lernen. Sie haben es den Chinesen in den 2000er-Jahren zu leicht gemacht, US-Staatsanleihen zu kaufen. Gleichzeitig legten sie chinesischen Unternehmen Steine in den Weg, die in amerikanische Firmen investieren wollten. Das war falsch. Nun ist China der größte Gläubiger der Amerikaner und kann drohen, US-Bonds auf den Markt zu werfen oder zumindest weniger davon neu zu kaufen. Die Abhängigkeit der USA von China ist heute größer, als sie hätte sein müssen.

Frank Sieren gilt als einer der führenden Chinakenner. picture-alliance / dpa

Frank Sieren gilt als einer der führenden Chinakenner.

Noch können wir es besser machen. Wir Europäer sollten die Chinesen einladen, in europäische Unternehmen zu investieren, vor allem auch in Staatsunternehmen. Da kennen sie sich ja aus. Die Gründe liegen auf der Hand: Unternehmensanteile lassen sich in einer Krise nicht so leicht verkaufen. Solche Beteiligungen erhöhen das Interesse Chinas an einer stabilen Entwicklung in den Partnerländern. Je enger der Westen seine Wirtschaftssysteme mit China verzahnt, desto unwahrscheinlicher werden große Konfrontationen.

Als Investoren müssten die chinesischen Manager in Europa zudem lernen, sich in einem Umfeld zu bewähren, in dem andere die Spielregeln bestimmen. Dies führt bestenfalls sogar dazu, dass sie europäische Firmen in China nicht mehr so herumschubsen.

Kommentare (5)

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Michael

04.11.2011, 15:12 Uhr

Chinesische Bürger und Unternehmer haben Recht.
Für ihr sauer verdientes Geld möchten sie nicht wertloses Papier, sondern sie erwarten einen Gegenwert.
Das ist legitim und moralisch gerechtfertigt.
Genau so sollten wir wir das auch sehen.
Die Zeiten, in denen die europäische Politik in- und ausländischen Investoren wertloses Papier andrehen konnte, sind wohl hoffentlich auch bald zu Ende.

Account gelöscht!

04.11.2011, 15:21 Uhr

Schon komisch, in Deutshland z. B. gehört schon jetzt nicht mehr den Deutschen, denn Rot-Grün hat ja bekanntlich das gesamte deutsche Tafelsilber verscherbelt und bevorzugt an Ausländer. Bis hin zu städt. Wohnungsbau
Nun will man also auch noch die Chinesen, die eine große Wirtschaftsmacht geworden sind. Übrigens mit viel deutsher Hilfe.
Immer noch zahlen wir dummen Deutschen an China Entwicklungshlfe, nunja, ein ehemaliger kommunistischer Freund der DDR, den läßt Merkel nicht hängen.
So ganz allmählich muß man sich fragen was Deutschland eigentlich noch alles finanziert und am Ende da landet wo die DDR 89 war, in der totalen Pleite, denn genau darauf arbeitet die Merkel ja gerade hin.

globalecho

04.11.2011, 16:46 Uhr

" eines Tages werden unsere Söhne Taxi-Fahrer für die Chinesen"
sagte man ja schon in den 70-iger Jahren.
Und Vorsicht vor "Trojanischen Pferden"

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