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17.10.2011

12:39 Uhr

Kommentar

Krisen-Duo gefährdet Europas Zukunft

VonGabor Steingart

Europa gleicht einem Kartenhaus: Merkel und Sarkozy schaffen es nicht, für Stabilität zu sorgen. Die Griechenland-Rettung schlug fehl - nun sollen die Banken zwangsgerettet werden. Ein Kommentar von Gabor Steingart.

"Denn sie wissen nicht, was sie tun": Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy. snapshot-photography

"Denn sie wissen nicht, was sie tun": Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Düsseldorf"Um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muss man ihr Geldwesen verwüsten." (Lenin)

Unsere Politiker sind auf bestem Wege, Lenins Kampfauftrag zu erfüllen. An der Spitze der Verwüster finden wir Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. Beide haben die Gestaltungsmacht des hohen Staatsamtes in ökonomische Zerstörungsmacht umgedeutet, deren Folgen bald für jedermann spürbar sein werden.

Von der Marktwirtschaft hält die Kanzlerin seit jeher nicht viel. Wo immer sich ihr die Gelegenheit bot, griff sie in die Märkte ein. Dem Autobauer Opel wollte sie Milliarden an Subventionen zustecken. In der Energiewirtschaft hat sie durch Ausstiegsbefehl einen Großteil der Vermögenswerte vernichtet. Jetzt stößt sie zur Herzkammer unserer Wirtschaftsordnung vor. Die Banken und damit die wichtigsten Geldversorger der Volkswirtschaft sollen zwangsweise rekapitalisiert werden, was im Klartext bedeutet: Der Staat will - mit dem Geld seiner Steuerzahler - sich notfalls bei allen deutschen Banken beteiligen. Er will Eigenkapital injizieren und dafür mit Sitz und Stimme im Aufsichtsrat Platz nehmen. Ein Hauch von WestLB liegt über Frankfurt.

Wie alle Revolutionäre hat auch Angela Merkel nur das Gute im Sinn. Die Banken seien zu schwach, den Zahlungsausfall von Schuldnerländern zu überleben. Deshalb müsste ihnen geholfen werden, auch gegen ihren Willen. Doch der deutsche Staat hat in Wahrheit kein Geld für solche Doktorspiele. Sein Steuerzahlergeld - 511 Milliarden Euro pro Jahr - reicht ihm heute schon nicht. Will er nun auch noch die Banken mit Eigenkapital ausstatten, baut er seine eigene Verschuldung weiter aus. Angela Merkel hat das Land bei einer Staatsschuld von 1,5 Billionen übernommen. Zwei Billionen Euro sind es derzeit.

Selbst wenn der Nationalstaat stark und stolz vor uns stünde, wäre sein Einstieg in die Banken ein Irrweg. Die gesunden Institute, wie die Deutsche Bank, brauchen kein Staatsgeld. Die kranken Banken bräuchten das Geld zwar dringend. Aber der Steuerzahler braucht diese Banken nicht.

Diese Institute müssen das Spiel verlassen, soll nicht am Ende der europaweiten Retterei der große Rums stehen: Überschuldete Staaten, überschuldete Banken und Notenbanken, die sich wertlose Staatsanleihen in den Keller legen, sind für Europa kein Geschäftsmodell, das funktionieren kann. Es muss (und wird) Verlierer in diesem weltweiten Schuldenpoker geben. Es muss (und wird) Bankenpleiten geben. Es muss (und wird) den Schuldenschnitt für überschuldete Staaten geben. Anders kann die Luft aus der Kreditblase nicht entweichen.

Kommentare (40)

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Account gelöscht!

17.10.2011, 12:48 Uhr

Sehr empfehlenswert anzugucken!- Lohnt sich. Dort ist auch Dirk Müller zu sehen, bzw. zu hören!

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1465722/Wer-rettet-den-Steuerzahler%253F#/beitrag/video/1465722/Wer-rettet-den-Steuerzahler%3F

Karsten

17.10.2011, 12:48 Uhr

Kern des Problems sind die schlafenden Bürger !!!
Man muss schon sehr naiv und dumm sein um dieses verlogene Spiel der Politiker und Bankster mitzumachen....
Armselig !
Das wird ein böses Ende nehmen - und die Menschen haben es sich wohl so verdient

Account gelöscht!

17.10.2011, 12:53 Uhr

.

....................BIP...............Schulden.........Bonität

BRD.............2,4 Billionen€....2,1 Billionen€.......AAA
Frankr.........1,6 Billionen€....1,6 Billionen€.......AAA
Türkei.........0,5 Billionen€....0,2 Billionen€.......BBB

.

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