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09.09.2011

06:41 Uhr

Kommentar

Obama ist wieder da

VonNils Rüdel

Der angeschlagene US-Präsident Barack Obama hat sich mit seiner Job-Rede eindrucksvoll zurückgemeldet. Ob er seine Ideen durchbringen wird, wird sich zeigen. Doch seinen Gegnern hat er eine geschickte Falle gestellt.

Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhaus John Boehner applaudiert der Rede von US-Präsident Obama. dpa

Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhaus John Boehner applaudiert der Rede von US-Präsident Obama.

WashingtonBarack Obama, so schien es zuletzt, ist schon so gut wie erledigt. Die Umfragewerte so schlecht wie nie, Millionen Amerikaner ohne Job, ein Parlament, das alles blockiert. Ein müder Präsident in Dauer-Defensive, monatelang gepiesackt von Gegnern wie Michele Bachmann oder Rick Perry, die sich angesichts der miesen Lage selbst mit den plattesten Ideen als Hoffnungsträger verkaufen können.

Wer gehofft hatte, Obamas Präsidentschaft würde auf diese Weise langsam ihrem Ende entgegensiechen, wurde am Donnerstag enttäuscht. Mit einer kämpferischen Rede vor beiden Kammern des Kongresses hat sich der Präsident eindrucksvoll zurückgemeldet.

Obama trat vor den Angeordneten als überparteilicher Macher auf, dem nichts anderes am Herzen liegt als das Wohl des Landes. Er brachte konkrete Vorschläge, die im Einzelnen zuvor von Demokraten wie von Republikanern gutgeheißen wurden. Obama redete geradeaus, erwähnte Kinder, Lehrer, Polizisten und Veteranen, denen man es schuldig sei, das Beste für sie zu tun. Er verdammte die „politischen Spielchen“ und rief nicht weniger als 15 Mal aus: „Stimmen Sie für dieses Gesetz!“

Vor allem konnte sich Obama wieder als entschlossener Anführer zeigen, denn das hatten ihm die Amerikaner gar nicht mehr zugetraut. Seht her, das ist mein Plan, und er ist gut. Wenn ihr ihn ablehnt, werden Millionen Amerikaner weiter keinen Job haben. Und dann werde ich den Menschen überall im Lande sagen, wer Schuld daran hat. Eine geschickte Falle für die Opposition.

Obama weiß: Seine Zustimmungswerte sind mit 44 Prozent zwar schlecht. Aber die des Kongresses sind mit 14 Prozent katastrophal. Da fällt es deutlich leichter, die Parlamentarier unter Zugzwang zu setzen. Folglich konnten die republikanischen Anführer John Boehner und Eric Cantor nach der Rede gar nicht anders, als Obamas Konzept wenigstens in Teilen zu loben und zu versprechen, mit dem Präsidenten zusammenzuarbeiten.

Zwar wird Obama am Ende wahrscheinlich nur einen Bruchteil seines Pakets durchbekommen, denn Konjunkturprogramm und Steuererhöhungen sind für Republikaner des Teufels. Die Opposition wird also einen hohen Preis verlangen. Doch sie muss sich bewegen, allein schon deshalb, um nicht als Spielverderber dazustehen.

Eine ganz andere Frage ist, ob die neuerlichen 450 Milliarden Dollar an Stimulus überhaupt den gewünschten Erfolg bringen werden. Ökonomen sind da uneins. Obama hat außerdem noch nicht erklärt, wo er das ganze Geld hernehmen will, ohne weitere Schulden zu machen. Wenn der ganze Zirkus vom Donnerstag am Ende einfach verpuffen sollte, braucht der Präsident bei der Wahl im nächsten Jahr eigentlich gar nicht mehr anzutreten.

Doch drüber wird morgen geredet. Für heute hat Obama einen wichtigen Punkt gemacht. Jetzt sind die anderen am Zug.

Kommentare (8)

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little_TIGER

09.09.2011, 08:21 Uhr

Nein!!!

Obama ist nicht zurück.
Diese Reden und das Ankündigen von irgendwelchen Konjunkturprogrammen sind letztlich nur Rückzuggefechte.

Die Hoffnung Obama ist nach 3 Jahren gestorben.

lollipop

09.09.2011, 08:30 Uhr

War Obama weg?

Wo war er denn?

Noch hat es ja Zeit, bis die Tea-Party ihn dahin wieder "zurückgejagt" haben will, woher er ihrer Meinung nach zu kommen scheint: auf die Baumwollfelder.

frankfurter

09.09.2011, 10:16 Uhr

sorry Herr Obama...die hochgesteckten Erwartungen in Ihnen haben sie in keiner Weise erfüllt.
Wir hatten gehofft, dass Sie eine Fortsetzung des von den Republikaner umgebrachten Kennedy sind.
Sie waren wohl der erste schwarze Präsident, aber sonst kann man nichts über Sie in den Geschichtsbüchern notieren.

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