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09.05.2011

09:18 Uhr

Kommentar

Ohne neue Hilfen geht Griechenland unter

VonRuth Berschens

Die bisherige Finanzspritze der EU-Partner kann Griechenland nicht retten: Die Länderchefs der Euro-Zone sollten das nicht länger leugnen und stattdessen über neue Hilfen nachdenken. Optionen gibt es genug.

Schon wieder kursieren Spekulationen über die Zukunft der Währungsunion. Die Verantwortung dafür tragen weder die Medien noch die Banken, sondern einzig und allein die Regierungen der Euro-Staaten. Könnte Griechenland die Euro-Zone verlassen? Müssten andere hochverschuldete Euro-Staaten dann dem griechischen Beispiel folgen? Darf man den Gläubigern Griechenlands Milliardenverluste zumuten? Jean-Claude Juncker und die übrigen Teilnehmer haben mit ihrem Geheimtreffen in Luxemburg die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt.

Vielleicht sollten Juncker und seine Kollegen es zur Abwechslung einmal mit der vollen Wahrheit versuchen: Wahr ist, dass der dreijährige Überbrückungskredit der Euro-Zone in Höhe von 110 Milliarden Euro Griechenland nicht retten kann. Der Plan, das Land 2012 an die Märkte zurückzuschicken, funktioniert nicht. Wenn die Euro-Zone nichts unternimmt, fehlen Griechenland nächstes Jahr 25 Milliarden Euro. Das Land stünde endgültig vor der Pleite.

Nachhaltig lösen kann die Euro-Zone das Problem nur, wenn sie Griechenland von einem Teil seiner Schulden befreit und entsprechende Verhandlungen mit den Gläubigern führt. Die Geldgeber Griechenlands müssten zumindest auf einen Teil der Zinsen verzichten und die Laufzeit der griechischen Anleihen verlängern. Betroffen davon wären beileibe nicht nur private Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds und Banken. Auch die Steuerzahler müssten bluten. Verstaatlichte Geldinstitute wie die Hypo Real Estate wären zu Abschreibungen gezwungen. Vielleicht müsste die Bundesregierung deshalb Kapital nachschießen. Noch höher wären die Verluste bei der EZB, da sie bereits seit einem Jahr griechische Staatsanleihen aufkauft.

Dafür müssten alle Euro-Staaten finanziell einstehen. Eine Restrukturierung der griechischen Staatsschulden würde zudem das Misstrauen gegenüber den Anleihen anderer hochverschuldeter Staaten schüren. Portugal, Irland, Spanien und Italien müssten wahrscheinlich noch höhere Zinsen an die Investoren zahlen, und das wiederum würde die Haushaltssanierung erschweren.

Kommentare (12)

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BSeitz

09.05.2011, 12:24 Uhr

Blödsinn, Blödsinn, Blödsinn.
Mann, wie kann man so blöd sein.

Tilly

09.05.2011, 12:36 Uhr

Genau: Helfen, bis der Arzt kommt. Oder so. Der deutsche Staatsbankrott ist nicht mehr weit, wenn es so weitergeht mit der Retterei. Oder die Deutschen ordentlich besteuern, damit die EU sich den Euro leisten kann und die Griechen wunderbar ohne Sorgen leben. Klasse politisches Projekt. Und so vorbildlich! Das eint Europa!

Fortunio

09.05.2011, 12:45 Uhr

Die dritte Option wäre zweifelsfrei die beste und würde den europäischen Staaten die Möglichkeit eröffnen sich von dieser Mißgeburt namens Euro, die nichts anderes ist als ein fehlgesteuertes politisches Konstrukt, zu befreien.

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