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16.05.2011

07:39 Uhr

Kommentar

Skandal um Strauss-Kahn bringt USA und Europa in die Bredouille

VonRuth Berschens

Überschattet von der Festnahme des IWF-Chefs beraten heute die Euro-Finanzminister über Portugal und Griechenland. Der plötzliche Ausfall von Strauss-Kahn schwächt die Europäer und hilft den Schwellenländern.

Strauss-Kahn wird untersucht

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Die spektakuläre Verhaftung von Dominique Strauss-Kahn kommt für den Internationalen Währungsfonds und für die Euro-Zone zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im IWF sorgt die nicht enden wollende staatliche Euro-Schuldenkrise für immer mehr Unruhe. Wichtige IWF-Geldgeber, insbesondere China und die USA, haben Zweifel, ob Griechenland die mit dem IWF-Milliardenkredit verbundenen wirtschaftspolitischen Auflagen erfüllt. Eigentlich sollte Strauss-Kahn diese Bedenken heute Abend in Brüssel in der Gruppe der Euro-Finanzminister vortragen.

Die Euro-Zone ist darauf angewiesen, dass der IWF den drei hochverschuldeten Euro-Staaten Griechenland, Irland und Portugal wie verabredet finanziell unter die Arme greift - obwohl Griechenland mit der Haushaltskonsolidierung bei weitem nicht so schnell vorankommt wie abgemacht. Ausgerechnet in dieser heiklen Situation fällt der IWF-Chef völlig unerwartet aus. Das ist auch deshalb ein Problem, weil der französische Sozialist Strauss-Kahn in Washington sicher öfter um Verständnis für die sozialistische Regierung Griechenlands geworben hat.

Zwar ist nun nicht zu befürchten, dass der Fonds die Euro-Zone Knall auf Fall im Stich lässt. Die Washingtoner Organisation funktioniert verlässlich - notfalls auch ohne ihren Chef. Stellvertreter John Lipsky hat seinen Abschied vom Fonds zwar schon angekündigt, doch noch ist er im Amt und kann Strauss-Kahn vertreten.

Die plötzliche Vakanz an der Spitze könnte allerdings eine Entwicklung beschleunigen, die sich ohnehin schon seit mehreren Jahren abzeichnet: Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte, allen voran China, gewinnen im IWF mehr und mehr Einfluss. Vergangenes Jahr musste die EU im IWF-Exekutivdirektorium zwei von acht Sitzen an die Schwellenländer abgeben. Und die mit den USA getroffene Vereinbarung, dass der geschäftsführende IWF-Direktor immer aus Europa und der Weltbankpräsident immer aus den USA kommen, steht zur Disposition.

Dominique Strauss-Kahn kurz nach seiner Festnahme in New York. Quelle: REUTYERS

Dominique Strauss-Kahn kurz nach seiner Festnahme in New York.

Die EU hatte schon Mühe, Strauss-Kahn gegen den Widerstand der großen Schwellenländer auf dem IWF-Chefsessel zu platzieren. Dass die Europäer seine Nachfolge unter sich ausmachen können, ist nun nicht zu erwarten. Falls die Bundesregierung den Posten für sich reklamieren will, wird sie das bald merken. Und die Euro-Zone könnte schon bald feststellen, dass Chinesen, Inder oder Brasilianer nicht unbedingt Verständnis aufbringen für kostspielige Sozialsysteme und Staatsbetriebe in Griechenland und Portugal.

Kommentare (9)

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16.05.2011, 09:01 Uhr

Was auch immer bei diesem Lügenspektakel herauskommt - es ist NICHT zum Vorteil für uns Bürger !!!!!!!!

EGAL

16.05.2011, 09:01 Uhr

Erhebt hohe Zölle für Waren die ausserhalb der EU kommen, und straft Unternehmen ab die in der EU keine Steuern zahlen. Dann wird alles wieder gut und sch... auf den Rest der Welt, sollen die Amis sich gegenseitig fertig machen und das die Schwellenländer auch nicht perfekt funktionieren wissen wir spätestens seit den Drogenkriegen in Brasilien und Selbstmordattentätern in Indien, Pakistan und in China steht die große Revolution erst noch bevor. Seid vernünftig Europäer und stärkt den Binnenmarkt EU.

Dass die Amis im Währungskrieg auch dreckig spielen wissen wir spätestens seit der Strauss-Kahn Verhaftung.

MoneyMaster

16.05.2011, 09:16 Uhr

das ganze System mit IMF, US Federal Reserve und EZB sollte zerschlagen werden.
Billionen von Euro werden verschleudert, die von der arbeitenden Bevoelkerung mit Schweiss und Blut erwirtschaftet wurden.
Das System ist bis zum Kern verfault.

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