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25.10.2015

21:07 Uhr

Kommentar zur Flüchtlingskrise

Wir sind erst ganz am Anfang

VonOliver Stock

Ein Gipfel in Brüssel soll die Flüchtlingskrise lösen. Die Frage ist, ob Europa Antworten präsentiert, bevor die Flüchtlinge Europas Gemeinschaft sprengen. Dazu müssen wir lernen, die Realität zu akzeptieren.

Juncker zur Flüchtlingskrise

„Politik des Durchwinkens muss gestoppt werden“

Juncker zur Flüchtlingskrise: „Politik des Durchwinkens muss gestoppt werden“

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DüsseldorfEuropa ringt mit der Flüchtlingskrise. In Brüssel tagt am Sonntagabend ein Sondergipfel, weil die Staaten in Südosteuropa nicht mehr können. Sie sind erschöpft. Slowenien hat in den vergangenen sieben Tagen so viele Menschen aufgenommen, dass sie eine mittelgroße Stadt – wie sagen wir Trier – bevölkern könnten. Slowenien hat nicht viele Städte, die so groß sind wie Trier.

Es geht um alles. Um die europäische Idee, um Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit, um unseren Wohlstand, und auch um verhältnismäßige Kleinigkeiten wie den Fortbestand nationaler Regierungen wie die von Angela Merkel. Ihre Entscheidung, Flüchtlinge in Deutschland willkommen zu heißen, hat sie erst zur deutschen Mutter Theresa gemacht und danach in atemberaubender Geschwindigkeit zu einem weiblichen Brutus werden lassen, die die Interessen der Deutschen verrät. Sie hat zum ersten Mal in ihrer Regierungszeit eine Richtung eingeschlagen, die mehr als Pragmatismus bedeutete, und droht nun daran zu scheitern.

Ergebnisse des Balkan-Gipfels: Flüchtlinge sollen „entmutigt“ werden

Ergebnisse des Balkan-Gipfels

Flüchtlinge sollen „entmutigt“ werden

In Brüssel haben sich EU- und Balkanländer zusammengerauft. Ein 17-Punkte-Plan soll helfen, den Flüchtlingsstrom besser zu steuern. Doch selbst Kanzlerin Angela Merkel hält das Ergebnis noch nicht für einen Durchbruch.

Die Flüchtlinge stellen uns in Europa auf die Probe: Haben wir von Italien bis Schweden, von Ungarn bis Großbritannien gemeinsame Werte und nehmen die Verantwortung auf uns, sie zu verteidigen? Ist unser Credo von Humanität und Hilfsbereitschaft nur ein Schön-Wetter-Motto, das nichts wert ist, wenn Millionen von Menschen es in Anspruch nehmen wollen?

Es sind diese zu großen Fragen, die uns hilflos machen. Wir kommen uns vor, wie ein Maler, der mit einem Haarpinsel den Rumpf eines Supertankers anstreichen soll. Wo anfangen und wie ist die Aufgabe jemals zu schaffen? Dabei ist die Antwort keine, für die wir ein Orakel befragen müssten. Sie ist eigentlich einfach. Sie heißt: Wissen, was wir wollen und dann beginnen. Als Noah einst die Welt vor der großen Flut retten sollte, da nagelte er Planke um Planke zu einem Schiffsrumpf zusammen, ohne dass ihm klar war, wohin ihn dieses Projekt treiben würde. Er hat so die Welt gerettet.

Kommentare (73)

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Herr Thomas Albers

26.10.2015, 08:23 Uhr

Der Artikel gefällt mir insbesondere deswegen, weil er die Dinge ziemlich realistisch zusammenfasst.

Herr Reinhard Krause

26.10.2015, 08:35 Uhr

Der Gipfel hatte vor Wochen beschlossen, 160.000 Flüchtlinge auf die EU-Länder zu verteilen. Verteilt wurden bisher 18 Flüchtlinge.
Jetzt ist für 100.000 Flüchtlinge eine Lösung beschlossen worden. Die Frage ist, was soll mit den 5 Millionen geschehen die in den nächsten 12 Monaten kommen werden?
Die EU ist eine Organisation, die nicht reformierbar ist. Deshalb plädiere ich für eine Auflösung der EU.

Peter Meyfarth

26.10.2015, 08:36 Uhr

Um die europäische Idee, um Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit, um unseren Wohlstand"
Wie wahr und die Idee wird wieder mal vom Ausland gerettet. Es lebe Ungarn und Polen.
Weg mit Merkel und (...)

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