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13.08.2014

14:13 Uhr

Kommissions-Bericht

2000 Islamisten aus der EU im Irak und Syrien

Informationen der EU-Kommission zufolge sind bereits 2000 Islamisten aus EU-Ländern in Syrien im Irak. Und einige von ihnen kehren danach wieder zurück. Die machen Verfassungsschützern am meisten Kopfzerbrechen.

Ein Dschihadist mit der IS-Flagge in Syrien: Die EU-Kommission befürchtet, dass sich bis zu 2000 EU-Bürger den Islamisten angeschlossen haben. Reuters

Ein Dschihadist mit der IS-Flagge in Syrien: Die EU-Kommission befürchtet, dass sich bis zu 2000 EU-Bürger den Islamisten angeschlossen haben.

Brüssel/Paris/BerlinIm Irak und in Syrien sind nach Angaben der EU-Kommission inzwischen mehr als 2000 gewaltbereite Islamisten aus der Europäischen Union unterwegs. Es gebe keine spezifische Zahl für den Irak, weil etwa Kämpfer wie die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch im Nachbarland Syrien aktiv seien, gab das Büro von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch in Brüssel bekannt. Die früher im Irak sehr aktive Islamistenmiliz zog dann nach Syrien und ist jetzt in beiden Ländern eine Bedrohung. Sie verfolgt seit ihrem Vormarsch Gegner und Angehörige von Minderheiten brutal.

Nach Erkenntnissen der französischen Regierung gibt es derzeit allein knapp 900 Franzosen, die in den Kampfgebieten in Syrien und im Irak seien oder sich auf dem Weg in die Region befänden. Sie würden von der Terrormiliz angeworben und an alle Orte geführt, an denen diese in Kampfhandlungen verwickelt sei, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch dem Radiosender France Info.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Die Zahl der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien ausreisen, ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe in dem Bürgerkriegsland 2011 haben die deutschen Verfassungsschützer mehr als 400 Ausreisen nach Syrien gezählt. Etwa 100 der zuvor ausgereisten Islamisten sind nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden inzwischen wieder in Deutschland - und etwa 25 davon haben in Syrien Kampferfahrung gesammelt. Diese Rückkehrer machen den Verfassungsschützern am meisten Sorgen.

Auch der Irak ist ein Anlaufpunkt für Islamisten aus Deutschland. Einige reisen aus Syrien direkt dorthin weiter - ins nächste Kampfgebiet. Zahlen dazu liegen dem Verfassungsschutz nach eigenen Angaben nicht vor. Allerdings kamen in den vergangenen Wochen aus dem Irak mehrfach Meldungen über Selbstmordattentate deutscher Islamisten. Offizielle Bestätigungen dazu gibt es jedoch nicht.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Frau Margrit Steer

13.08.2014, 18:04 Uhr

Und genau das dürfte nicht passieren, dass man sie wieder reinläßt
Und wenn die deutschfeindlichen Grünen das ciht begreifen wollen, muß man sie mal zusammenfalten.
Es muß Schluß sein mit der Vernichtung Deutschlands und Europas durch die Grünen, die jahrelang dem Islam gehuldigt haben und dies imemr noch tun

Reiner Blumenhagen

14.08.2014, 07:39 Uhr

Ähm - wo genau in dem Artikel steht was von den Grünen? Und das die der Bundesregierung gar nicht mehr angehören, haben Sie schon mitbekommen, oder etwa nicht?

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