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11.01.2017

15:39 Uhr

Kompromittierendes Material gegen Trump?

„Leben wir in Nazi-Deutschland?“

Russland hat angeblich kompromittierendes Material über den künftigen US-Präsidenten Trump gesammelt. Es soll um Sex und Geschäfte gehen. Der Kreml dementiert – und Trump schlägt auf Twitter zurück.

Ausgespäht? Russland soll geheime Informationen über den designierten US-Präsident Donald Trump zusammengestellt haben. Reuters

Donald Trump

Ausgespäht? Russland soll geheime Informationen über den designierten US-Präsident Donald Trump zusammengestellt haben.

WashingtonKein Tag scheint zu vergehen, ohne dass der künftige US-Präsident Schlagzeilen macht. Auf den Vorwurf, von Russland erpressbar zu sein, reagierte Donald Trump via Twitter mit mehreren empörten Tweets – unter anderem verglich er sein Land indirekt mit Nazi-Deutschland.

Sein Ärger richtet sich insbesondere an die US-Geheimdienste. Diese hätten die „Fake-News“ niemals an die Öffentlichkeit geben dürfen, so Trump. „Falsche Nachrichten – eine totale politische Hexenjagd!“, machte er seinem Ärger Luft. Er sieht sich einer Medienkampagne ausgesetzt.

Zuvor hatten die Zeitung „New York Times“ und der TV-Sender CNN berichtet, dass Moskau im Besitz persönlicher und finanzieller Informationen über Trump sei. Die US-Geheimdienste hätten das Material zunächst als „nicht substanziell“ eingestuft.

Demnach wurden Trump und der scheidende Amtsinhaber Barack Obama vergangene Woche darüber informiert. Trumps Beraterin Kellyanne Conway sagte im Sender CNN: „Die Berichte nennen keine Quellen, nichts ist bestätigt.“

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Der Kreml spricht von „Pulp Fiction“: Der Vorwurf, Moskau sammle „Kompromat“ – so die russische Kurzform für kompromittierendes Material – entbehre jeder Grundlage, sagte Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow. Russland habe weder Erpressungsmaterial gegen Donald Trump, noch gegen dessen Herausforderin Hillary Clinton gesammelt.

„Das ist eine absolute Ente, eine absolute Fälschung und völliger Blödsinn“, so Peskow. Mit so etwas gebe sich der Kreml nicht ab. „Das nennt man Pulp Fiction“, fügte er den englischen Begriff für billige Schundliteratur hinzu. „Das ist eindeutig ein Versuch, die bilateralen Beziehungen zu stören“, sagte Peskow in Moskau.


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Zu den in den US-Medien erhobenen Vorwürfen meldete sich unterdessen auch der ehemalige russische Geheimdienstchef Nikolai Kowaljow – Vorgänger von Putin auf dem Posten des FSB-Direktors – zu Wort. Er wies die Beschuldigungen als unglaubwürdig zurück.

Vor allem dementierte er, dass der Kreml schon mit der Sammlung von Material begonnen habe, als Trump in Moskau war. „Wer hat Interesse daran, Kompromat über einen Mann zu sammeln, der herkommt um einen Schönheitswettbewerb zu veranstalten“, fragte er. Die Meldungen seien ein Versuch der Obama-Administration, den Nachfolger im Weißen Haus zu diskreditieren, sagte Kowaljow.

Kommentare (34)

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Herr peterchen Mondfahrt

11.01.2017, 08:20 Uhr

Es geht also weiter mit der Hexenjagd auf einen US-Präsidenten, der scheinbar die von undurchsichtigen Kreisen in den USA betriebene Neuauflage des kalten Krieges nicht mittragen will. Anschuldigungen ohne Beweise, eine beispiellose Medienkampagne, an dem sich auch das Handelsblatt und andere renommierte Zeitschriften in Deutschland mit gleichlautenden, gleichzeitigen Schutzkampagnen beteiligen, erinnern an die Hexenjagd gegen den Ex-Bundespräsidenten Wulff, die seine Karriere und sein privates Umfeld massiv beschädigten, ohne dass ein einziger Vorwurf einer gerichtlichen Überprüfung standhielt. Während die US-Geheimdienste scheinbar nur nicht-unterlegte bzw. möglicherweise gefälschte Anwürfe in der Hand haben (hatten wir schon, damit wurde der Irak-Krieg gerechtfertigt) wissen wir sicher, dass unsere Bundesregierung von US-Geheimdiensten ausspioniert wurde und wahrscheinlich noch wird. Was hat die NSA gegen unsere Regierung in der Hand, dass sie dazu zwingt, gegen die Interessen ihrer eigenen Bürger und ihrer eigenen Wirtschaft den kalten Krieg wieder aufleben zu lassen? Und was bewegt die deutschen Medien, bei dieser Hetzkampagne mitzumachen? Kurz, was denkt ein Redakteur, wenn er solche mit nichts unterlegten Anwürfe verbreitet? Regt sich sowas wie Gewissen? Oder muss man, wie bei Wulff, als Journalist mit den Haien schwimmen, um nicht gefressen zu werden?

Account gelöscht!

11.01.2017, 09:01 Uhr

Na und....
Männer wie Trump und Putin stehen auf Sex und wissen zu feiern.
Das sind eben noch echte Kerle.

Account gelöscht!

11.01.2017, 09:22 Uhr

Uii Uii die Typen haben es mit Damen, wo doch Anderes in Deutschland politisch erwünscht ist.
Grüne oder Pfaffen liegen hier bestimmt ganz vorne, bei den Grünen Programm bei den Pfaffen Tradition.

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