Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.08.2011

20:13 Uhr

Konferenz in Paris

Jetzt soll Geld ins neue Libyen fließen

Frankreich plant für den 1. September eine Konferenz der „Freunde Libyens“. Auch China, Russland und Indien sollen dazu nach Paris geladen werden. Der Chef der libyschen Übergangsregierung sprach von einem symbolischen Datum.

Ein Gaddafi-Gegner mit Freudentränen in den Augen. dapd

Ein Gaddafi-Gegner mit Freudentränen in den Augen.

ParisFrankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy will kommende Woche in Paris eine Konferenz der „Freunde Libyens“ zur Zukunft des nordafrikanischen Landes abhalten. Gemeinsam mit dem britischen Premierminister David Cameron sei beschlossen worden, am 1. September „eine große internationale Konferenz“ zu organisieren, um „dem freien Libyen von Morgen“ zu helfen, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit dem Regierungschef der Rebellen, Mahmud Dschibril, im Pariser Elysée-Palast.

Dschibril sagte, der 1. September sei ein symbolisches Datum für die Libyer, da er den Tag des Machtantritts Gaddafis 1969 markiere. Sarkozy sagte, auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon werde zur Konferenz nach Paris kommen. Das Treffen solle über die Mitglieder der Libyen-Kontaktgruppe, zu der vor allem die am Militäreinsatz beteiligten Länder gehören, hinausgehen. So sollten auch China, Russland, Brasilien und Indien eingeladen werden.

Bei dem Treffen soll es vor allem darum gehen, die eingefrorenen Gelder der Gaddafi-Familie, die auf ausländischen Konten liegen, für den Wiederaufbau zugänglich zu machen. „Wir brauchen gar nicht viel Geld zu mobilisieren. Die Mittel aus den Kassen des Gaddafi-Clans sollten für das Volk zur Verfügung stehen“, sagte Sarkozy.

Dschibril bekräftigte, dass es derzeit keine Informationen über den Aufenthaltsort des flüchtigen Diktators Muammar al-Gaddafi habe. „Es gibt Gerüchte, dass er in Sirte oder im Süden des Landes sei. Oder auch, dass er das Land verlassen habe“, sagte er. „Unser Kampf ist noch nicht beendet. Es gibt noch viele Orte, an denen Gaddafis Truppen Widerstand leisten“, sagte Dschibril. Es werde weiterhin geschossen und bombardiert.

Die Frage, ob und vor welchem Gericht Gaddafi zur Verantwortung gezogen werden solle, ließ er unbeantwortet. Dies würden libysche Juristen klären, wenn es soweit sei. Er sagte aber freie Wahlen unter internationaler Beobachtung zu. Zudem sollen bis zu 200 UN-Experten beim Aufbau einer Polizei helfen.

Sarkozy betonte, dass die internationale Koalition die libyschen Rebellen im Rahmen der UN-Resolution weiter unterstütze, „bis vom Gaddafi-Clan keine Gefahr mehr ausgeht“. Er dementierte, dass französische Bodentruppen im Land seien, sprach aber von „Beobachtern“.

Auch das syrische Volk habe „das Recht auf Demokratie“, sagte Sarkozy. Die Syrer seien „nicht dazu verdammt, von einem Regime unterdrückt zu werden, das nicht versteht, dass wir in einem anderen Jahrhundert sind“. Einen Militäreinsatz in Syrien schloss der französische Staatschef, der die treibende Kraft hinter dem Einsatz in Libyen gewesen war, allerdings erneut aus.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×