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19.01.2005

12:59 Uhr

Konflikt droht zu eskalieren

Kolumbien: Paramilitärs legen Waffen nieder

921 kolumbianische Paramilitärs haben inmitten einer Welle der Gewalt mit mindestens 24 Toten ihre Waffen niedergelegt. Sieben Soldaten wurden nach Angaben der Streitkräfte in einem Minenfeld der marxistischen Rebellengruppe „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) getötet.

HB BOGOTA. Bei Gefechten seien am Dienstag zudem 13 Mitglieder der extrem rechten Paramilitärs getötet worden und im Südwesten berichteten Indios von der Ermordung von vier ihrer Angehörigen und der Entführung von weiteren sechs.

In der diplomatischen Krise zwischen Kolumbien und Venezuela wegen der Verschleppung eines führenden FARC-Rebellen aus Venezuela nach Kolumbien machten Parlamentarier in Bogotá geltend, das Nachbarland sei wiederholt über den Aufenthalt von Rebellen auf seinem Territorium hingewiesen worden. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe habe seinem venezolanischen Kollegen Hugo Chávez sogar eine Karte mit genauen Ortsangaben zu FARC-Lagern in Venezuela überreicht.

Der so genannte „Außenminister“ der FARC, Rodrigo Granda, war am 13. Dezember in Caracas von Kopfgeldjägern entführt worden, nachdem er an einer von der venezolanischen Regierung organisierten Konferenz teilgenommen hatte. Für die Übergabe des 55-Jährigen zahlte Bogotá nach eigenen Angaben eine Prämie von einer Million US-Dollar (765 Mill. €). Chavez hatte daraufhin die Suspendierung aller bilateralen Abkommen verfügt und eine Entschuldigung von Uribe verlangt.

Unterdessen legten Mitglieder der paramilitärischen „Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens“ (AUC) ihre Waffen nieder. Insgesamt 921 Mitglieder der Kampfgruppen Córdoba, Sinú und Sanidad schworen dem bewaffneten Kampf ab. Von besonderer Bedeutung ist die Entwaffnung der Gruppe Córdoba, weil sie als Gründungseinheit der AUC gilt, die später die Ausweitung des Kampfes gegen linke Rebellen auf das ganze Land beschloss.

Die AUC wollen entsprechend einer Vereinbarung mit der Regierung bis Jahresende alle etwa 20 000 ihrer bewaffneten Mitglieder demobilisiert haben. Menschenrechtsgruppen warnten erneut davor, dass einige der Paramilitärs, die nun demobilisiert werden, an zahlreichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt gewesen sein sollen. Sie dürften nicht ohne Strafe davonkommen.

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