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03.12.2015

10:24 Uhr

Konflikt im Jemen

Regierungskräfte vertreiben Al-Kaida aus Dschaar

Die strategisch wichtige Stadt Dschaar im Süden des Jemen ist zunächst wieder frei von Extremisten: Truppen der Regierung haben Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida vertrieben. Diese hatten die Stadt zuvor eingenommen.

Seit Jahren tobt ein Bürgerkrieg im Jemen. dpa

Ein Kind im Jemen

Seit Jahren tobt ein Bürgerkrieg im Jemen.

SanaaRegierungstreue Kräfte im Jemen haben eine strategisch wichtige Stadt im Süden des Landes von Kämpfern des Terrornetzwerks Al-Kaida zurückerobert. Sie hätten die Extremisten aus der zweitgrößten Stadt der Provinz Abjan, Dschaar, vertrieben, sagte ein lokaler Verantwortlicher am Donnerstag. Die Truppen planten, auch die Provinzhauptstadt Sindschibar von Al-Kaida-Kämpfern zu befreien.

Am Vortag hatten Anhänger des Ablegers von Al-Kaida im Jemen Dschaar sowie Teile von Sindschibar eingenommen. Beide Orte liegen rund 75 Kilometer östlich der Hafenstadt Aden, in der sich Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi seit einigen Wochen aufhält.

Infobox: Das arabische Krisenland Jemen

Nachbarn

Im Norden grenzt der Jemen an Saudi-Arabien, im Osten an den Oman, im Süden an den Golf von Aden und das Arabische Meer sowie im Westen an das Rote Meer.

Einwohner

Der Jemen mit 26 Millionen Bewohnern gilt als Armenhaus Arabiens. Der Jemen ist circa anderthalb Mal so groß wie Deutschland.

Hauptstadt

Mit knapp zweieinhalb Millionen Einwohnern ist Sanaa die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Die Stadt ist besonders bekannt für ihre imposante Architektur. Auf einem großen Basar in der Altstadt werden Schmuck, Silber, Teppiche und Lederwaren gehandelt.

Probleme

Im Vergleich zum großen Nachbarn Saudi-Arabien sind Wirtschaft und Infrastruktur schwach entwickelt. Zuletzt war der Jemen zudem von einem erneuten Bürgerkrieg ausgesetzt. Dazu kommt ein gewaltiges Terrorproblem. Al-Kaida nutzt das 530 000 Quadratkilometer große Land als Rückzugsgebiet.

Traditionelle Stammesstrukturen

Jemens schwache Zentralregierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat Probleme, die Macht gegen traditionelle Stammesstrukturen durchzusetzen. Mit dem arabischen Aufstand 2011 wurden die schiitische Huthis als politische Kraft im Kampf gegen Korruption und Vetternwirtschaft wahrgenommen. Im vergangenen September eroberten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa.

Seit Monaten tobt im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und Anhängern des Präsidenten. Die Huthis und ihre Verbündeten beherrschen große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) macht sich das Chaos zunutze.

Eine Hochburg der Extremisten ist die Region Hadramaut im Osten des Landes. Im vergangenen April hatten sie die Provinzhauptstadt Makalla eingenommen. Auch die Provinz Abjan war bereits von 2011 bis 2012 unter Kontrolle von Al-Kaida gewesen.

Von

dpa

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