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10.09.2014

14:36 Uhr

Konflikt im Nordirak

Merkel wirbt für Allianz gegen IS

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirbt auf dem Nato-Gipfel im walisischen Newport für ein breites Bündnis gegen die IS. „Wir alle bieten den Extremisten und Islamisten gemeinsam die Stirn“, sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Sie will der Terrormiliz mit einem Bündnis entgegentreten. AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Sie will der Terrormiliz mit einem Bündnis entgegentreten.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für die Bildung einer möglichst breiten internationalen Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geworben. „Der Kampf gegen IS erfordert ein entschlossenes und ein geschlossenes Vorgehen aller, die sich gegen Unterdrückung Andersdenkender und gegen barbarische Vernichtung von Minderheiten auflehnen“, sagte sie am Mittwoch im Bundestag. „Wir alle, Menschen jedweden Glaubens, bieten den Extremisten und Islamisten gemeinsam die Stirn.“

Deutschland, die USA und acht weitere Staaten hatten am vergangenen Freitag beim Nato-Gipfel in Newport eine Koalition gegen die IS gebildet, in die weitere Staaten aufgenommen werden sollen . Merkel bereitete den Bundestag auf ein längeres Engagement gegen den IS-Terror vor. „Auch die Bekämpfung des IS wird nicht von heute auf morgen gelingen. Sie wird einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.“

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 1

6. Januar 2014

Im Irak und in Syrien dehnt die Miliz Islamischer Staat (IS) ihr Terrorregime auf immer mehr Orte aus. IS gewann 2013 an Einfluss, als der Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit sunnitischen Parteien eskalierte. Am 6. Januar besetzen IS-Rebellen Falludscha in der Provinz Anbar.

21. März 2014

IS liefert sich in der Provinz Dijala Kämpfe mit der Armee.

11. April 2014

Vor Gefechten in Anbar fliehen mehr als 400.000 Menschen.

10. Juni 2014

IS-Kämpfer nehmen Mossul ein. Im türkischen Konsulat werden fast 50 Geiseln genommen. Dazu kommen über 30 entführte türkische Lastwagenfahrer. Rund 500.000 Einwohner der Millionenstadt fliehen.

11. Juni 2014

IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Dazu gehören Ninive, Anbar und Salaheddin mit den wichtigen Städten Baidschi und Tikrit.

12. Juni 2014

IS rückt weiter Richtung Bagdad vor. Regierungschef Nuri al-Maliki scheitert im Parlament mit dem Versuch, den Notstand ausrufen zu lassen.

13. Juni 2014

US-Präsident Barack Obama schließt ein Eingreifen von US-Bodentruppen aus, Washington bereite „andere Optionen“ vor. Auch Irans Präsident Hassan Ruhani sichert der schiitischen Regierung des Iraks Solidarität im Kampf gegen sunnitische Terroristen zu.

15. Juni 2014

Nachdem irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, führt IS den Kampf mit Videos und Fotos grausamer Exekutionen auch im Internet.

20. Juni 2014

Zweieinhalb Jahre nach Ende des Irak-Kriegs bereiten sich die USA auf neue Militärschläge im Land vor. Luftangriffe gegen IS-Rebellen sind nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken.

24. Juni 2014

Angesichts des IS-Vormarsches wollen verfeindete Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak rasch eine gemeinsame Regierung bilden. Al-Maliki lehnt diese ab und verschärft damit die Krise.

Deutschland hat bereits 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt und 180 Tonnen Hilfsgüter sowie militärische Schutzausrüstung in den Nordirak geschickt. Noch in diesem Monat soll die kurdische Armee auch deutsche Waffen erhalten. Merkel betonte dass eine militärische Bekämpfung des IS zwar notwendig sei. Dauerhafte Stabilität könne aber nur durch einen politischen Prozess erreicht werden.

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 2

30. Juni 2014

Nach ihrem Vormarsch in Syrien und im Irak ruft IS ein grenzübergreifendes Kalifat aus, Kalif wird ihr Anführer Abu Bakr al-Bagdadi. Die USA schicken 200 weitere Soldaten nach Bagdad.

18. Juli 2014

Die Vereinten Nationen werfen IS, aber auch der irakischen Armee schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Laut einem Bericht der UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay wurden allein 2014 fast 5600 Zivilisten getötet. Rund 1,2 Millionen Menschen seien auf der Flucht.

24. Juli 2014

Nach wochenlangem Machtvakuum wählt das Parlament in Bagdad den Kurden Fuad Massumein zum Präsidenten. Einen neuen Regierungschef gibt es nicht, Al-Maliki besteht auf einer weiteren Amtszeit.

25. Juli 2014

Nach Terror gegen Christen und Schiiten geht IS nun auch gegen andere sunnitische Kämpfer vor. In Ninive zerstört die Miliz weitere wichtige Kulturstätten und Heiligtümer.

3. August 2014

Die Terrorgruppe vertreibt kurdische Kämpfer aus großen Gebieten nahe Mossul. Beim Überfall auf das Hauptsiedlungsgebiet der kurdischen Minderheit der Jesiden werden viele von ihnen getötet. Der Vormarsch löst eine panische Massenflucht aus.

7. August 2014

IS erobert weitere christliche Ortschaften im Nordirak. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. In Bagdad dauert der Streit um das Amt des Regierungschefs an.

7. August 2014

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt das brutale Vorgehen der IS scharf. Obama genehmigt Luftangriffe auf die Milizen zum Schutz amerikanischer Militärangehöriger und bedrohter Minderheiten im Nordirak. Ein Völkermord müsse verhindert werden, sagt Obama.

20. August 2014

Die Terrormiliz veröffentlicht ein grausames Video, das die Enthauptung des US-Journalisten James Foley zeigen soll. Foley war im Jahr 2012 in Syrien entführt worden. Die Mutter bestätigte, dass es sich in dem Video um ihren Sohn handelt.



Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

11.09.2014, 17:44 Uhr

Welch Lüge? Deutschland will und macht es,nur den Islam unterstützen!!

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