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02.10.2016

16:02 Uhr

Konflikt in der Ostukraine

Truppenrückzug von Regierungstruppen und Rebellen stockt

In der Ostukraine wurde von den ukrainischen und prorussischen Einheiten ein Rückzug vereinbart – doch der ging nicht auf wie geplant. Die OSZE klagt, ihr werde der Zugang zur Front verweigert.

Ukrainische Bürger laufen an der Grenze entlang. dpa

Ostukraine

Ukrainische Bürger laufen an der Grenze entlang.

KiewIm Konfliktgebiet Ostukraine ist der vereinbarte Rückzug ukrainischer wie prorussischer Einheiten von der Front gleich zu Anfang ins Stocken geraten. Von drei Testabschnitten zogen beide Seiten nur bei der Kleinstadt Solote im Gebiet Luhansk ihre Kämpfer ein Stück zurück. Die Aktion wurde von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht, wie die Agentur Interfax meldete.

Bei der Stadt Stanyzja Luhanska verzögerte sich der für Anfang Oktober vereinbarte Rückzug mindestens bis Montag, wie ein Sprecher der sogenannten Volksrepublik Luhansk sagte. Zum dritten Abschnitt bei dem Dorf Petriwske sagte der Donezker Separatistenführer Alexander Sachartschenko, seine Truppen würden nicht abgezogen, solange die Ukraine auf der Gegenseite nicht dazu bereit sei.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

OSZE-Vertreter beklagten, dass ihnen an mehreren Stellen der Zugang zur Front verweigert werde und die Beobachtung nicht möglich sei. Der Test für eine Entflechtung der Kampfeinheiten entlang der 500 Kilometer langen Frontlinie durch die Ostukraine war am 21. September in Minsk vereinbart worden. In dem seit 2014 dauernden Konflikt sind nach UNO-Schätzungen etwa 10.000 Menschen getötet worden. An vielen Frontabschnitten wurden auch am Sonntag Schusswechsel gemeldet.

Von

dpa

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