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17.05.2017

12:16 Uhr

Konflikt in Korea

Südkoreas Präsident glaubt an Krieg mit Nordkorea

Der neue Staatschef von Südkorea, Präsident Moon Jae In, hält eine Auseinandersetzung mit dem nördlichen Nachbarn für sehr wahrscheinlich. In Pjöngjang sei das Atomwaffenprogramm in kurzer Zeit schnell vorangekommen.

Südkoreas Präsident schließt einen militärischen Schlag von Nordkorea nicht aus – im Gegenteil. dpa

Moon Jae In

Südkoreas Präsident schließt einen militärischen Schlag von Nordkorea nicht aus – im Gegenteil.

SeoulSüdkoreas Präsident Moon Jae In rechnet offenbar mit einer militärischen Auseinandersetzung an der Grenze zu Nordkorea. Das Präsidialamt zitierte am Mittwoch den neuen Staatschef mit den Worten: „Die Realität sieht so aus, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen militärischen Konflikt ... an der Demarkationslinie gibt.“

Das Atomwaffen- und Raketenprogramm des nördlichen Nachbarn sei in jüngster Zeit schnell vorangekommen. Südkorea sei aber bereit und in der Lage, bei einem Angriff Nordkoreas zurückzuschlagen.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

Kurz zuvor hatte die südkoreanische Regierung erklärt, sie wolle den Dialog mit dem Norden wieder in Gang bringen und entsprechende Kanäle reaktivieren. In seiner ersten Rede nach der Wahl im Parlament hatte Moon versprochen, dass er schnell versuchen wolle, „die nationale Sicherheitskrise zu lösen“. Wenn nötig, würde der 64-Jährige sogar ins kommunistische Nordkorea reisen, um dessen Führer Kim Jong-un zu treffen. Offenkundig setzt Moon auf eine Doppelstrategie aus Sanktionen und Dialog.

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Nordkorea arbeitet unverhohlen an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die schwere Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Die Forderungen der internationalen Gemeinschaft, ihr Atomprogramm zu beenden, ignoriert die Führung in Pjöngjang. Zuletzt testete Nordkorea am Sonntag eine Langstreckenrakete.

Von

rtr

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