Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2017

12:47 Uhr

Konflikt in Westafrika

45.000 Menschen fliehen vor Machtkampf in Gambia

Westafrikanische Regierungschefs wollen einen letzten Vermittlungsversuch unternehmen, um Gambias abgewählten Präsidenten zu einer friedlichen Machtübergabe zu bewegen. Bisher sind mehr als 45.000 Menschen geflohen.

Bisher sieht der abgewählte Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, seine Niederlage nicht ein. Sollte er im Januar nicht abtreten, droht ein militärischer Konflikt. AFP; Files; Francois Guillot

Yahya Jammeh

Bisher sieht der abgewählte Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, seine Niederlage nicht ein. Sollte er im Januar nicht abtreten, droht ein militärischer Konflikt.

Banjul/GenfEin letzter Vermittlungsversuch durch westafrikanische Staatschefs soll Gambias abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh von einer friedlichen Machtübergabe überzeugen. Die militärische Intervention durch Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas wurde vorerst auf Eis gelegt, wie ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter am Freitag mitteilte.

Der seit 22 Jahren regierende Jammeh, dessen Amtszeit am Mittwoch ausgelaufen war, will nicht abtreten. Am Donnerstagabend waren Ecowas-Soldaten zur Unterstützung des gewählten neuen Staatschefs Adama Barrow in das kleine westafrikanische Land einmarschiert. Barrow war am Donnerstag im benachbarten Senegal vereidigt worden. Militär und Polizei hatten sich Sicherheitskreisen zufolge von Jammeh losgesagt.

Krise spitzt sich zu

Bürger und Touristen fliehen aus Gambia

Krise spitzt sich zu: Bürger und Touristen fliehen aus Gambia

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Zahl der Menschen, die aus dem von Unruhen bedrohten Gambia fliehen, steigt deutlich an. Bisher hätten rund 45.000 Menschen – zumeist Frauen und Kinder – das Land verlassen, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf. Die nächsten Tage seien nun entscheidend dafür, ob der Flüchtlingsstrom in den benachbarten Senegal noch anwachse. „Die Menschen sind besorgt, was noch kommen könnte“, sagte der Sprecher. Die senegalesischen Behörden hielten Hilfe für 100.000 Flüchtlinge bereit.

Die frühere britische Kolonie Gambia gehört nach einem UN-Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Europäische Reiseveranstalter hatten am Mittwoch damit begonnen, Urlauber in ihre Heimat zurückzubringen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×