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23.12.2016

18:04 Uhr

Konflikt in Westafrika

Nachbarn von Gambia warnen Präsidenten

In der Region droht ein militärischer Konflikt, sollte Jammeh nicht am 19. Januar sein Amt an seinen gewählten Nachfolger übergeben. Auch der Uno-Sicherheitsrat hat Jammeh aufgefordert, seine Niederlage anzuerkennen.

Bisher sieht der abgewählte Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, seine Niederlage nicht ein. Sollte er im Januar nicht abtreten, droht ein militärischer Konflikt. AFP; Files; Francois Guillot

Yahya Jammeh

Bisher sieht der abgewählte Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, seine Niederlage nicht ein. Sollte er im Januar nicht abtreten, droht ein militärischer Konflikt.

LagosIn Westafrika droht im neuen Jahr eine militärische Konfrontation: Der Regionalblock Ecowas drohte am Freitag dem abgewählten gambischen Präsidenten Yahya Jammeh mit einer Militärintervention, sollte er im Januar nicht abtreten. Ecowas-Präsident Marcel de Sousa sagte, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft habe Senegal die Federführung für ein militärisches Eingreifen übertragen, sollte Jammeh nicht im Januar seinem gewählten Nachfolger die Macht übergeben. Am 19. Januar endet offiziell Jammehs Amtszeit. „Wenn er nicht geht, haben wir eine Truppe, die bereits in Alarmbereitschaft ist, und diese Truppe wird intervenieren, um den Willen des Volkes wiederherzustellen“, sagte de Souza auf einer Pressekonferenz im malischen Bamako.

Der Regionalblock versucht derzeit auch noch auf diplomatischem Wege, Jammeh zur Anerkennung seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 1. Dezember zu bewegen. Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Jammeh in dieser Woche aufgefordert, seine Wahlniederlage gegen den bisher wenig bekannten Geschäftsmann Adama Barrow zu akzeptieren. Jammeh kam in Gambia vor 22 Jahren mit einem Putsch an die Macht. Ihm werden willkürliche Verhaftungen und Folter von politischen Gegnern vorgeworfen. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses akzeptierte er seine Niederlage zunächst, dann änderte er aber seine Meinung und erklärte, er werde nicht abtreten.

Soldaten besetzten nach der entsprechenden Erklärung Jammehs das Büro der Wahlkommission. Zudem mobilisierte er in dem kleinen, fast völlig von Senegal umgebenen Land Truppen. Uno-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein bezeichnete die Truppenmobilisierung als „besorgniserregend angesichts der Menschenrechtsverletzungen in Gambia“. Er zählte „exzessive Gewalt gegen Demonstranten, willkürliche Festnahmen und Tod in Gewahrsam, ebenso wie Vorwürfe von Folter und schlechter Behandlung von Inhaftierten“ auf.

Von

ap

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