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30.05.2017

23:45 Uhr

Konflikt mit Nordkorea

USA testen Abwehr von Interkontinentalrakete

Angesichts der Spannungen mit Nordkorea stellen die USA ihr „Interceptor“-Programm auf den Prüfstand. Die Abwehr eines simulierten Angriffs mit einer Interkontinentalrakete sei erfolgreich getestet worden.

Eine Boden-Luft-Abwehrrakete wurde von der kalifornischen Luftwaffen-Basis Vandenberg aktiviert. AFP; Files; Francois Guillot

USA

Eine Boden-Luft-Abwehrrakete wurde von der kalifornischen Luftwaffen-Basis Vandenberg aktiviert.

WashingtonDie USA habenerfolgreich den Abschuss einer Interkontinental-Rakete simuliert, wie sie von Nordkorea aus abgefeuert werden könnte. Das teilte die US-Raketenabwehr-Agentur (MDA) mit. Der Test-Flugkörper sei von einem US-Stützpunkt auf den Marschall-Inseln auf die Reise geschickt worden. Die Rakete sei von mehreren US-Systemen erkannt worden. Daraufhin sei eine Boden-Luft-Abwehrrakete von der kalifornischen Luftwaffen-Basis Vandenberg aktiviert worden. Das Ziel sei zerstört worden.

„Der Abschuss einer komplexen, wirklichkeitsnahen Interkontinental-Rakete ist ein unglaublicher Erfolg unseres Abwehrsystems und ein wichtiger Meilenstein für dieses Programm“, sagte MDA-Direktor Jim Syring. Es demonstriere, dass die USA die richtige Abschreckung gegen „eine sehr reale Bedrohung“ zur Verfügung hätten.

Nordkorea hatte zuletzt mehrere Raketen getestet und erklärt, es arbeite auch an Langstreckenraketen, deren Reichweite bis in die USA reichen könnte. Die USA haben ihre Militärpräsenz im Pazifik aufgestockt.

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Das Pentagon verfügt über mehrere Raketenabwehrsysteme - das unter dem Namen „Interceptor“ geführte System ist jenes, das am wahrscheinlichsten beim Abschuss einer Interkontinentalrakete aus Nordkorea zum Einsatz käme. Das System gibt es seit 2004, ist jedoch noch nie eingesetzt oder vollständig getestet worden.

Neun von 17 Versuchen, Raketen von geringerer Reichweite als einer Kontinentalrakete abzufangen, verliefen seit 1999 erfolgreich. Zuletzt wurde im Juni 2914 ein Erfolg verzeichnet, allerdings gab es davor drei Fehlschläge.

In Alaska sind derzeit 32 Abfangraketen gelagert, vier weitere im Norden von Los Angeles. Bis zum Ende des Jahres soll es dem Pentagon zufolge acht weitere geben. Laut einem Haushaltsentwurf für 2018, der in dieser Woche dem Kongress vorgelegt wurde, will das Pentagon weitere acht Milliarden Dollar für die Raketenabwehr ausgeben.

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