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26.09.2014

12:50 Uhr

Konfliktnationen

Russland und Ukraine wollen wieder miteinander sprechen

Während zuletzt eher diplomatische Eiszeit herrschte und beide Seiten verbal und real aufrüsteten, stehen die Zeichen im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nun offenbar wieder auf Annäherung.

Könnte die Bundeskanzlerin vermitteln? Merkel brachte Putin und Poroschenko schon im Juni in der Normandie bei der Gedenkfeier zum D-Day zusammen. dpa

Könnte die Bundeskanzlerin vermitteln? Merkel brachte Putin und Poroschenko schon im Juni in der Normandie bei der Gedenkfeier zum D-Day zusammen.

MoskauDas ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge am Freitag die Verhandlungen mit Russland über eine Pufferzone im Osten des Landes aufgenommen. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei an den Gesprächen beteiligt gewesen, sagten mehrere Vertreter der Ukraine. Diese hätten nördlich der Stadt Donezk stattgefunden.

Bereits am 19. September hatten die drei Seiten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk über eine 30 Kilometer große Pufferzone gesprochen, aus der schwere Waffen zurückgezogen werden sollen. Dadurch soll der am 5. September vereinbarte Waffenstillstand mit den mutmaßlich von Russland gestützten Separatisten - die sich von Kiew lösen wollen - gefestigt werden.

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.

Und auch die Präsidenten von Russland und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, erwägen offenbar ein weiteres Treffen. Die beiden Staatschefs hätten über diese Möglichkeit gesprochen, sagte der außenpolitische Berater der russischen Regierung, Juri Uschakow, am Freitag. Demnach kommt auch eine Begegnung unter Beteiligung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande infrage. Einzelheiten nannte der Berater nicht. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, von Plänen für ein solches Treffen sei ihm derzeit nichts bekannt, ausgeschlossen sei es aber nicht.

Putin und Poroschenko hatten sich bereits im August in der weißrussischen Hauptstadt Minsk getroffen. Die Ukraine wirft Russland vor, die prorussischen Separatisten im Osten der früheren Sowjetrepublik zu unterstützen und sich die Krim völkerrechtswidrig angeeignet zu haben. Ähnliche Kritik kommt auch aus dem Westen. Die Regierung in Moskau hat dagegen erklärt, keine eigenen Soldaten oder Waffen in die Ukraine geschickt zu haben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Frau Margrit Steer

26.09.2014, 13:37 Uhr

Ach, merkt die Ukraine, dass sie Russland brauchen?

Herr Vittorio Queri

26.09.2014, 14:25 Uhr

>> Könnte die Bundeskanzlerin vermitteln? <<

Und was soll Merkel vermitteln ? Das Muttersprachliche Russisch der Beiden ins Ukrainische bringen .....?

Sie verfügt weder über Sachverstand in diesem Konflikt, noch ist sie psychologisch befähigt, zwischen zwei Parteien zu vermitteln !

Das Einzige, was diese selbsternannte neue "Europaführerin" kann, ist ein vergessenes Schulrussisch.

Und alleine die Anwesenheit dieser Selbstdarstellerin ruft beim Putin einen erhöhten Adrinalinspiegel hervor und er wird dabei sehr emotional.

Sie kann nicht mal sich selbst helfen, geschweige denn vermitteln.

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