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12.08.2016

12:24 Uhr

Konjunktur

Deutschland ist besser als sein Ruf

VonAxel Schrinner

Seit acht Quartalen wächst die Wirtschaft in Deutschland – aller Unkenrufe zum Trotz. Im Frühjahr lag das Wachstum bei 0,4 Prozent. Damit war das Tempo doppelt so hoch wie erwartet. Eine Analyse.

Immobilienblase und Niedrigzins

Gefährliches Wachstum? „Unter der glänzenden Oberfläche brodelt es“

Immobilienblase und Niedrigzins: Gefährliches Wachstum? „Unter der glänzenden Oberfläche brodelt es“

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DüsseldorfNatürlich kann man an den Daten zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal herummäkeln: Schwache Investitionen, Doping durch billiges Öl und Nullzins, zusätzliche Staatsausgaben zur Bewältigung der Migrationswelle. Fakt bleibt jedoch, dass die deutsche Wirtschaft auch im Frühjahr viele Auguren verblüfft hat und mit 0,4 Prozent zum Vorquartal überraschend stark gewachsen ist.

Nun spricht viel dafür, dass die deutsche Volkswirtschaft dieses Jahr um etwa 1,75 Prozent wachsen dürfte – und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr. Das gilt selbst dann, wenn es im zweiten Halbjahr zu einer „Abflachung des Wachstumstrends“ kommen sollte, wie es von vielen Volkswirten erwartet wird. Doch wenn es gut läuft, sind vielleicht gar zwei Prozent Wachstum drin.

Warnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor einem Unsicherheitsschock durch die Brexit-Entscheidung scheinen jedenfalls überzogen. Der Ifo-Index als wichtigster Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung sank zuletzt zwar; doch von einem Brexit-Einbruch kann keine Rede sein. „Viel wichtiger als der Brexit ist für die deutsche Wirtschaft die nachlassende Nachfrage aus China und der starke Konsum im Inland“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Diese gegenläufigen Einflüsse hielten sich weitgehend die Waage.

Erste Banken erhöhten nach den neuen Daten zum Bruttoinlandsprodukt heute bereits ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahre. Ein Grund dafür ist auch, dass die amtlichen Statistiker auch die zurückliegenden Daten umfassend revidiert haben. Somit erhöht sich die Startrampe für 2016 um 0,1 Prozentpunkte.

Sicher, die Mahnung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sind richtig: Der Konsum als einzige Stütze reicht auf Dauer nicht, die Investitionen anzuschieben. Und beim Export nimmt der Gegenwind aus verschiedenen Richtungen zu. Das stimmt, doch geopolitische Unsicherheit gehört eben zum Geschäft eines jeden Exporteurs. Sorgte man sich vor einem Jahr vor einem Jahr noch vor einer harten Landung der Konjunktur in China, Russland und den Gotteskriegern der Terrormiliz IS, sind heute eher die Türkei, die klammen Ölstaat und das strauchelnde Brasilien im Fokus.

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