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12.02.2016

15:03 Uhr

Konjunktur

Europa wächst – langsam

Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone ist zum Ende des Jahres um 0,3 Prozent gestiegen. Die gleiche Wachstumsrate gab es in Deuschland. Damit wächst Europa stärker als die USA.

Die gute Konsumstimmung in Deutschland stützt die Konjunktur in Deutschland. Für das laufende Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent erwartet. dpa

Hoher Konsum in Deutschland

Die gute Konsumstimmung in Deutschland stützt die Konjunktur in Deutschland. Für das laufende Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent erwartet.

Berlin, BrüsselDie Euro-Zone und Deutschland stecken die maue Weltkonjunktur etwas besser weg als die USA. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Währungsunion und ihrer größten Volkswirtschaft legten von Oktober bis Dezember jeweils um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu, wie die am Freitag von den Statistikämtern veröffentlichten Daten zeigten. Die weltgrößte Volkswirtschaft USA schaffte am Jahresende nur ein Plus von 0,2 Prozent.

Obwohl 2015 erstmals seit langem fast alle Euro-Länder wieder zulegten, bleiben die Aussichten verhalten. Schwächelnde Schwellenländer wie China, vom Ölpreisverfall destabilisierte Staaten wie Russland und die Börsenturbulenzen stehen einem kräftigen Aufschwung der Weltwirtschaft im Weg.

Am Laufen gehalten wurde die deutsche Konjunktur vor allem von der Konsumlaune der Verbraucher und den Ausgaben des Staates etwa für Flüchtlinge. Im Gesamtjahr stieg das BIP um 1,7 Prozent. Der gestiegene Konsum im Inland schirme die deutsche Wirtschaft gegen Gegenwind aus dem Ausland ab, sagt ING-DiBa-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. „Vor dem Hintergrund der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten wirken die Konjunkturdaten fast wie ein Relikt aus guten alten Zeiten.“

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Viele Ökonomen sehen Deutschland trotz der Abkühlung der Weltkonjunktur auch in diesem Jahr auf einem robusten Wachstumspfad. Die Bundesregierung und der Internationale Währungsfonds gehen von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozent aus. Pessimistischer ist der Deutschen Industrie- und Handelskammertag, der mit 1,3 Prozent rechnet.

In der Euro-Zone sei das ökonomische Bild in der Euro-Zone „recht stabil", sagte NordLB-Ökonom Christian Lips. „Allerdings hat die regelrechte Panik an den Märkten das Potenzial, irgendwann auch die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen.“ Die Aktien von Banken der Euro-Zone haben seit Jahresbeginn durchschnittlich fast 30 Prozent an Wert verloren, da sich Investoren wegen geringer Gewinne und möglicher Zahlungsausfälle bei Krediten sorgen.

Viele Experten rechnen deshalb damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im März ihre ohnehin schon extrem lockere Geldpolitik nochmals ausweiten wird - zumal auch die Inflation angesichts niedriger Ölpreise sehr gering ist. „Trotz der nie dagewesenen Unterstützung durch die Geldpolitik erholt sich die Konjunktur nur zögerlich“, sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe. „Auch deshalb dürfte die EZB-Geldpolitik im März expansiver werden.“

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