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29.07.2016

10:23 Uhr

Konjunktur

Frankreichs Wirtschaft stagniert

Zu Jahresbeginn war die französische Wirtschaft noch um 0,7 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal ist das Wachstum nun überraschend zum Stillstand gekommen. Woran das liegt.

Frankreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal nicht mehr gewachsen. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs gerechnet. AFP; Files; Francois Guillot

Eiffelturm in Paris

Frankreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal nicht mehr gewachsen. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs gerechnet.

Paris/MadridDas Wachstum der französischen Wirtschaft ist im Frühjahr überraschend zum Stillstand gekommen. Von April bis Juni verharrte das Bruttoinlandsprodukt auf dem Niveau des Vorquartals, wie das nationale Statistikamt Insee am Freitag mitteilte. Grund dafür waren schwache Konsumausgaben und sinkende Investitionen.

Ökonomen hingegen hatten für das zweite Quartal ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Zu Jahresbeginn war die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch um 0,7 Prozent gewachsen. Dagegen ist die spanische Wirtschaft um 0,7 Prozent gewachsen.

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Frankreichs Finanzminister Michel Sapin bezeichnete die Daten als enttäuschend. Man müsse sie aber auch im Zusammenhang mit dem extrem kräftigen Schwung aus dem ersten Quartal sehen. Zudem habe es außergewöhnliche Faktoren wie Streiks in den Raffinerien gegeben, sagte Sapin. Die umstrittenen Arbeitsmarktreformen von Präsident Francois Hollande hatten zu heftigen Reaktionen in der Bevölkerung geführt. Einige Gewerkschaften organisierten Massenproteste, bei denen es wiederholt zu Ausschreitungen kam. Die Blockade von Treibstofflagern und Raffinerien sorgte für Produktionsausfällen in der Industrie.

Trotz des Dämpfers im Frühjahr hält Sapin an der Regierungsprognose fest, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr 1,5 Prozent zulegt, nach plus 1,2 Prozent 2015. Im vergangenen Quartal allerdings kamen keine Impulse von den Verbrauchern, die sich mit ihren Ausgaben zurückhielten.

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