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02.10.2017

15:27 Uhr

Konjunktur

Griechenland wieder auf Wachstumskurs

Optimismus im griechischen Finanzministerium: Erstmals seit Beginn der Schuldenkrise zeichnet sich für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum ab. Schon bald will das Land finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.

Griechenland befindet sich wieder auf Wachstumskurs dpa

Es geht bergauf

Verkündet gute Nachrichten: Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos legt den Haushaltsplan für das kommende Jahr vor.

AthenDie griechische Regierung sieht die heimische Wirtschaft im kommenden Jahr auf Erholungskurs. Das Bruttoinlandsprodukt solle dann um 2,4 Prozent wachsen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Etatentwurf für 2018. Die Wirtschaftsleistung soll von 181,2 Milliarden Euro 2017 auf 187,8 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigen.

Das wäre mehr als im laufenden Jahr, für das die EU-Kommission von 2,1 Prozent ausgeht. Die Arbeitslosenquote soll wegen der besseren Konjunktur auf 19,0 Prozent sinken, nach erwarteten 20,2 Prozent in diesem Jahr. Auch der Staatsüberschuss soll steigen, und zwar von 2,2 auf 3,57 Prozent. Dabei handelt es sich um den sogenannten Primärüberschuss, bei dem die Kosten für Altschulden nicht berücksichtigt werden.

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Dies zeige, dass Griechenland nach mehr als acht Jahren wieder eindeutig auf Wachstumskurs sei, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums. Das Parlament soll über den Haushalt Anfang Dezember abstimmen, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Zudem rechnet die Regierung in Athen mit einem Primärüberschuss im Haushalt (ohne Schuldendienst) in Höhe von gut 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr. 2017 sollen es geschätzt 2,2 Prozent sein. Auch ein weiterer langsamer Rückgang der Arbeitslosigkeit wird erwartet. Sie soll bis Ende 2018 auf 19 Prozent fallen. Dieses Jahr wird mit 20,2 Prozent Erwerbslosigkeit gerechnet.

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Griechenland war nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 in die Schuldenkrise gerutscht und wird seither mit internationalen Hilfskrediten vor der Pleite bewahrt. Die Griechen haben seitdem wegen harter Sparmaßnahmen rund 25 Prozent ihres Einkommens verloren. Dem ersten Hilfsprogramm 2010 folgten zwei weitere. Das aktuelle, das Athen im Sommer 2015 mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro unterzeichnet wurde, läuft bis August 2018.

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos beteuert, dass Athen alle Reformen in die Tat umsetze.

Außerdem plant die Regierung, neue Staatsanleihen an Investoren zu verkaufen. Griechenland hatte im Juli erstmals seit drei Jahren wieder Geld am Markt aufgenommen. Die Emission war für das schuldengeplagte Land ein wichtiger Test, ob es in Zukunft auch ohne Euro-Rettungsschirm finanziell auf eigenen Beinen stehen kann. Im August 2018 läuft das dritte Hilfspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro aus.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Old Harold

02.10.2017, 14:53 Uhr

"Die Nachricht hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Herr Peter Spiegel

02.10.2017, 18:44 Uhr

Mir fehlt der Glaube, obwohl ich die Nachricht hör.

Herr Rainer E. Pfander

02.10.2017, 18:49 Uhr

Hört doch auf, uns zu belügen!
"Griechenland ist auf einem guten Weg" (Schäuble)
so und ähnlich klingt's seit Jahren.
Dass sich der "Souverän" langsam verarscht fühlt,
dürfte jedem einleuchten, der noch bei klarem Verstand ist.

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