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30.05.2014

11:39 Uhr

Konjunktur

Inflationsrate in Italien überraschend gesunken

In Italien ist die Teuerungsrate überraschend gesunken. Die neuen Zahlen dürften die EZB in ihrer Absicht bestätigen: Zuletzt hatte sie deutliche Signale für eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik gegeben.

Eine Euro-Münze aus Italien: Die italienische Wirtschaft stabilisiert sich überraschend im Mai. dpa

Eine Euro-Münze aus Italien: Die italienische Wirtschaft stabilisiert sich überraschend im Mai.

RomIn Italien ist die Inflationsrate im Mai überraschend gesunken. Der für europäische Zwecke errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg zum Vorjahr um 0,4 Prozent, wie die Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im April hatte die Inflationsrate noch bei 0,5 Prozent gelegen. Volkswirte hatten für Mai eine unveränderte Rate erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt deutliche Signale für eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik am kommenden Donnerstag gegeben. Die neuen Zahlen aus Italien dürften sie in ihrer Absicht bestätigen. Auch in Spanien war die Inflationsrate laut Zahlen vom Freitag im Mai mit 0,2 Prozent sehr niedrig. In der Eurozone insgesamt hatte die Inflationsrate im April bei 0,7 Prozent gelegen. Die EZB strebt hingegen eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Die Mai-Zahlen für die Eurozone insgesamt werden am kommenden Dienstag veröffentlicht.

Das Ende der Eurokrise?

Was bedeutet der Schritt Lissabons für die Eurozone?

Es ist ein Indiz, dass sich die Finanzlage im gemeinsamen Währungsgebiet erheblich beruhigt hat. Länder im Süden des Kontinents können sich zur Zeit zu sehr günstigen Konditionen an den Finanzmärkten Geld leihen.

Lissabon will keine Übergangshilfen mehr. Ist das realistisch?

Ja. Die EU-Kommission, die in der Troika vertreten ist, unterstützt den Beschluss für einen „sauberen Ausstieg“ ausdrücklich. „Das sorgt für eine bessere Stimmung und Vertrauen von (Finanz-)Investoren“, lautet die Devise des verantwortlichen EU-Vize-Kommissionspräsidenten Siim Kallas.

Das Vertrauen kehrt also in die Eurozone zurück?

Ja. Aber dies hat vor allem zwei Gründe. Da ist zunächst die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank versprach, den Euro um jeden Preis zu retten. EZB-Patron Mario Draghi ist auch bereit, gegen die niedrige Inflation sowie gegen die Deflation zu kämpfen. Deflation ist ein umfassender Preisverfall, der die Konjunktur ausbremsen kann.

Was ist der andere Grund?

Angesichts von Turbulenzen bei aufstrebenden Wirtschaftsriesen in Asien oder Südamerika gilt Europa wieder als ein „sicherer Hafen“ für Anleger. Aus Russland gibt es wegen der Annexion der Krim einen bedeutenden Kapitalabfluss. Nach Moskauer Schätzungen waren es allein im ersten Vierteljahr rund 50 Milliarden Euro. Von internationalen Kapitalströmen profitiert auch der krisengeschüttelte europäische Süden.

Wie ist die Lage in Griechenland?

Griechenland hat die schwere Rezession überwunden und wird wieder wachsen. Das soll auch dem angespannten Arbeitsmarkt zugutekommen. Jeder Vierte ist dort ohne Job. Athen erzielte 2013 erstmals seit langem einen Haushaltsüberschuss - ausgeblendet sind dabei jedoch der Schuldendienst und Kapitalspritzen an Banken.

Braucht Athen ein neues Rettungspaket?

Die griechische Koalitionsregierung ist dagegen. Finanzminister Ioannis Stournaras strebt aber an, Zahlungsfristen für die Hilfskredite weiter zu strecken, um dem Land Luft zu verschaffen. Entscheidungen der Eurogruppe wird es voraussichtlich erst im Herbst geben. Ende des Jahres läuft das Griechenland-Programm von europäischer Seite aus.

Wie sieht es in Zypern aus?
Viele wollen das Kapitel „Eurokrise“ abschließen. Ist das gerechtfertigt?

Nein. Es sind nach dem Willen der Brüsseler Währungshüter weitere Reformen in vielen Ländern der Eurozone nötig, um die Erholung dauerhaft abzusichern. Nach der Krise steigen die Schuldenberge der 18 Euro-Mitgliedstaaten im laufenden Jahr sogar weiter an - um einem Punkt auf 96 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Griechenland wächst beispielsweise der staatliche Schuldenberg um zwei Punkte auf 177 Prozent. Erlaubt sind höchstens 60 Prozent. Für Entwarnung ist es also viel zu früh, sagen die Experten.


Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

30.05.2014, 12:24 Uhr

Die Zahlen sind mal wieder wie bestellt.
Wen wundert das noch ?

Account gelöscht!

30.05.2014, 13:09 Uhr

Was kann sicher Otto-Normal-Bürger dafür kaufen, wenn die Inflation für Konsumartikel wie Flachbildschirme negativ ist, aber Grundnahrungs-Lebensmittel und Mieten rasant steigen, so dass ein Arbeitnehmer mit normalem Einkommen in vielen europäischen Städten nicht mehr in der Innenstadt leben kann, sondern jeden Tag 3-4 Stunden zur Arbeit pendelt.

Account gelöscht!

30.05.2014, 15:24 Uhr

Ja, die EU verkommt immer zum Basar und zur Bananenrepublik. Da wird gefeilscht und betrogen und Spielregeln/Verträge oder volkswirtschaftliche Vernunft, die einem sagt, dass man Wohlstand nicht herbeidrucken kann, interessieren einen Dreck. Es ist ja offensichtlich, dass die Inflationszahlen gefälscht sind, um das EZB-Deflationsgespenst realer erscheinen zu lassen und so die von der Finanzindustrie zum Zocken und von korrupten Regierungen zum Vertuschen ihrer Fehleinschätzungen/-leistungen und zum Wählerstimmenkauf benötigten neuen Jetons in Form von ungedecktem Falschgeld, dass gegen die Statuten der EZB verstößt, zu ermöglichen. Die idelogisch-propagandistische Untermauerung des Irrsins liefern die Deflationsgespenstpropheten und ideologischen Steigbügelhalter in Form (vulgär-)ökonomischer quacksalberischer "Experten".

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