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02.06.2017

15:42 Uhr

Konjunktur

US-Arbeitsmarkt enttäuscht im Mai

In den USA ist die Arbeitslosenquote auf das 16-Jahres-Tief von 4,3 Prozent gefallen. Trotzdem sind viele Experten enttäuscht. Denn auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt sind viel weniger Stellen entstanden als erwartet.

In den USA befindet sich die Arbeitslosenquote auf einem Rekordtief, trotzdem wurden Analystenmeinungen untertroffen. dpa

US-Arbeitsmarkt

In den USA befindet sich die Arbeitslosenquote auf einem Rekordtief, trotzdem wurden Analystenmeinungen untertroffen.

WashingtonIn der US-Wirtschaft sind im Mai überraschend wenige Jobs entstanden. Neu eingestellt wurden 138.000 Mitarbeiter, wie die Regierung in Washington am Freitag bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit 185.000 gerechnet. Zudem entstanden in den beiden Vormonaten zusammen 66.000 Stellen weniger als bislang angenommen. Dennoch fiel die separat ermittelte Arbeitslosenquote auf das 16-Jahres-Tief von 4,3 Prozent. Der Dollar geriet nach Bekanntgabe der Daten unter Druck: Der Euro legte auf 1,1265 Dollar zu, nachdem er zuvor bei 1,1216 Dollar gelegen hatte.

„Die Anzahl neu geschaffener Stellen kann im Mai nicht so recht überzeugen“, sagte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. „Der größten Volkswirtschaft der Welt geht es aber nach wie vor gut, Konjunktursorgen sind fehl am Platz.“ Gitzel rechnet deshalb ebenso wie die meisten Experten damit, dass die US-Notenbank Fed noch in diesem Monat erneut ihren Leitzins anheben wird. Händler sehen eine 87-prozentige Chance dafür, dass die Fed bereits bei ihrem Treffen Mitte Juni aktiv wird. Sie hatte ihren Leitzins zuletzt im März auf 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht.

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Dafür spricht vor allem die sehr niedrige Arbeitslosenquote, die nahezu Vollbeschäftigung signalisiert. Außerdem entstehen in der Wirtschaft immer noch genug Stellen, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten: Dafür reichen nach einer Faustregel 75.000 bis 100.000 neue Jobs pro Monat völlig aus. Auch die Konjunktur hat nach einem schwachen Jahresauftakt zuletzt an Schwung gewonnen.

Stieg das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal nur mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,2 Prozent, hält der regionale Fed-Ableger von Atlanta im laufenden zweiten Quartal 4,0 Prozent für möglich. Höhere Zinsen können die Gefahr einer Überhitzung eindämmen, da sie Kredite verteuern und damit die Nachfrage drücken.

Von

rtr

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