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29.07.2016

15:19 Uhr

Konjunktur

US-Wachstumsschub bleibt aus

Die US-Wirtschaft wächst langsamer als gedacht. Im zweiten Quartal lag der Zuwachs – aufs Jahr hoch gerechnet – nur bei 1,2 Prozent. Experten hatten mit einem sehr viel größeren Plus gerechnet.

Die US-Konjunktur ist schwächer als gedacht. Reuters

Skyline in Manhattan

Die US-Konjunktur ist schwächer als gedacht.

WashingtonDie US-Wirtschaft wächst weniger stark als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet nur um 1,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Experten wurden auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatten mit einem Plus von 2,6 Prozent gerechnet. Zudem wurde das Wachstum für das erste Quartal von den Statistikern auf 0,8 von 1,1 Prozent zusammengestutzt.

Die relativ schwachen Daten setzten dem Dollar zu. Ein Euro verteuert sich auf 1,1136 von zuvor 1,1106 Dollar. Aktien-Futures an der Wall Street weiteten ihre Verluste aus. Auch der Dax gab einen Teil seines Kursgewinns ab und notiert nur noch 0,2 Prozent im Plus.

Fed-Entscheidung: Eine Spur Optimismus

Fed-Entscheidung

Eine Spur Optimismus

Die Fed lässt den Leitzins unverändert, aber hält die Tür offen für eine Anhebung in den kommenden Monaten. Ihr Spielraum ist vor allem durch Einflüsse von außen eingeschränkt.

Die Investitionen der Firmen zwischen New York und Los Angeles gingen im zweiten Quartal um 2,2 Prozent zurück und bremsten so das Wachstum in den USA. Die Verbraucher erwiesen sich hingegen als Stütze der Konjunktur: Der Konsum legte mit 4,2 Prozent stärker zu als im ersten Quartal.

Die Notenbank Fed hatte die Zinsen zuletzt nicht angetastet, aber die Tür für eine Erhöhung offengelassen. Zudem äußerte sie sich optimistischer zur Konjunktur. Seit der Erhöhung im Dezember 2015 liegt der Leitzins in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die jüngsten Wachstumsdaten blieben daher „massiv hinter den Erwartungen zurück“, meint Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba.

Experten erwarten einen Zinsschritt nach oben erst im Dezember oder im nächsten Jahr. Eine Anhebung im September gilt als weniger wahrscheinlich - auch wegen möglicher Folgen des Brexit-Votums für die US-Wirtschaft. „Die globalen Unsicherheiten scheinen den US-Unternehmen die Spendierlaune ordentlich zu verderben“, meint Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz. Da sich daran vorübergehend auch nichts ändern dürfte, werde das Investitionswachstum wohl auch in den kommenden Quartalen kaum zulegen. US-Notenbankchefin Yellen dürfe sich jedenfalls in ihrer vorsichtigen Einschätzung bestätigt fühlen.

Konjunktur: Wachstum in der Euro-Zone halbiert sich

Konjunktur

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Die schwache Konjunktur in Frankreich drückt das Wachstum in der Euro-Zone: Die Wirtschaft hat im zweiten Quartal nur noch um 0,3 Prozent zugelegt. Beim Abbau der Arbeitslosigkeit gibt es keine Fortschritte.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Die europäischen Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

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