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29.07.2016

11:31 Uhr

Konjunktur

Wachstum in der Euro-Zone halbiert sich

Die schwache Konjunktur in Frankreich drückt das Wachstum in der Euro-Zone: Die Wirtschaft hat im zweiten Quartal nur noch um 0,3 Prozent zugelegt. Beim Abbau der Arbeitslosigkeit gibt es keine Fortschritte.

Das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone betrug im zweiten Quartal 0,3 Prozent. dpa

In Europas Wirtschaft geht es aufwärts – aber langsamer als bisher

Das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone betrug im zweiten Quartal 0,3 Prozent.

Brüssel/Brüssel/BerlinDie Wirtschaft in der Euro-Zone hat im Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Vor allem wegen der schwachen Konjunktur in Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten genau damit gerechnet, nach dem kräftigen Anstieg von 0,6 Prozent zu Jahresanfang. Bei dem Abbau der Arbeitslosigkeit gab es zuletzt keine Fortschritte.

In der gesamten Europäischen Union wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent - nach einem Plus von 0,5 Prozent im ersten Quartal. Das Wachstum der französischen Wirtschaft kam im Frühjahr überraschend zum Stillstand - nicht zuletzt wegen Streiks gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung. In Spanien hingegen zog die Konjunktur um 0,7 Prozent an und konnte ihr Tempo halten.

Konjunktur: Frankreichs Wirtschaft stagniert

Konjunktur

Frankreichs Wirtschaft stagniert

Zu Jahresbeginn war die französische Wirtschaft noch um 0,7 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal ist das Wachstum nun überraschend zum Stillstand gekommen. Woran das liegt.

Analysten zufolge könnte das Brexit-Votum im Laufe des Jahres das Wirtschaftswachstum in Europa weiter dämpfen. Die Briten hatten vor gut einem Monat für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der Schritt sorgte für große Verunsicherung bei vielen Unternehmen.

Daten für Deutschland als größte Volkswirtschaft der Euro-Zone werden erst am 12. August veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,3 Prozent gewachsen sein dürfte, nach plus 0,7 Prozent im ersten Quartal. Zudem könnte die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum der Briten die Wirtschaft im Währungsraum mittel- und langfristig belasten.

So geht's der Wirtschaft in der Euro-Zone

Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum in Europa hat sich zur Jahresmitte abgeschwächt. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaftsleistung in den 19 Ländern der Währungsunion lediglich um 0,3 zu, nachdem sie in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 noch um 0,6 Prozent gestiegen war. In der gesamten Europäischen Union wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent.

Analysten zufolge könnte das Brexit-Votum im Laufe des Jahres das Wirtschaftswachstum weiter dämpfen.

Verbraucherpreise

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in Europa ist im Juni stabil geblieben. Sie blieb im Juni mit 10,1 Prozent in der Eurozone und 8,6 Prozent in der gesamten Europäischen Union auf dem Niveau des Vormonats, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete demnach Griechenland nach letzten verfügbaren Angaben im April mit 23,3 Prozent. Dagegen lag die deutsche Erwerbslosigkeit nach den europäischen Berechnungen im Juni bei 4,2 Prozent.

Inflation

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli minimal angestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in den 19 Staaten der Währungsunion um 0,2 Prozent. Im Juni waren sie um 0,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im April und im Mai zurückgegangen waren. Vor allem die sinkenden Energiepreise dämpfen den Preisanstieg weiterhin. Sie gingen im Juli um 6,6 Prozent zurück.

Die Arbeitslosenquote der Euro-Zone blieb im Juni auf dem Mai-Niveau von 10,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit Juli 2011. Doch gibt es bei den Arbeitslosenzahlen im Währungsraum große Unterschiede. Malta kommt nach einheitlicher europäischer Rechnung mit 4,0 Prozent auf den niedrigsten Wert, gefolgt von Deutschland mit 4,2 Prozent. In Griechenland ist die Arbeitslosigkeit mit 23,3 Prozent (im April) am höchsten, in Spanien liegt sie bei 19,9 Prozent.

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