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19.07.2013

18:47 Uhr

Konjunkturprogramm

G20 will das Wachstum ankurbeln

Die G-20 Staaten konzentrieren sich auf mehr Wachstum und Beschäftigung. Eher vage bleiben die Forderungen zur Sanierung der Staatsfinanzen. Der IWF warnt, dass sich die Wachstumsaussichten weiter verschlechtern könnten.

Die G20 räumten im Entwurf des Kommuniques ein, dass sich die Wachstumsaussichten seit ihrem letzten Treffen im April weiter eingetrübt haben. dpa

Die G20 räumten im Entwurf des Kommuniques ein, dass sich die Wachstumsaussichten seit ihrem letzten Treffen im April weiter eingetrübt haben.

MoskauDie 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen mit einem Aktionsplan die Schwäche der Weltwirtschaft und die teils hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen. Um der Weltwirtschaft zu einem kräftigeren, nachhaltigen und ausgewogenen Wachstum zu verhelfen, soll bis zum G20-Gipfel im September ein umfassender St.-Petersburg-Aktionsplan erarbeitet werden, hieß es im Entwurf der Abschlusserklärung zum Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Moskau, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag.

Kurzfristig soll demnach die Schaffung von mehr Wachstum und damit Jobs Vorrang haben.

In einer Kurzstudie von Experten des Internationalen Währungsfonds für das G20-Treffen, das am Samstag endet, warnten diese vor wachsenden Unsicherheiten und noch trüberen Wachstumsaussichten. Befürchtungen, wonach die USA aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik bald aussteigen könnten, seien für die Turbulenzen an den Märkten mitverantwortlich. Diese Turbulenzen könnten zunehmen, wenn der Ausstieg zu schnell komme und schlecht vermittelt werde. Leidtragende seien vor allem Schwellenländer.

Auch die G20 räumten im Entwurf des Kommuniques ein, dass sich die Wachstumsaussichten seit ihrem letzten Treffen im April weiter eingetrübt haben. Gründe seien unter anderem die tiefere Rezession in der Euro-Zone und ein schwächeres Wachstum in großen Schwellenländern wie China. Die Folge seien wachsende Unsicherheiten und eine hohe Arbeitslosigkeit in vielen G20-Ländern.

In dem für den G20-Gipfel in St. Petersburg angekündigten Aktionsplan wird der Erklärung zufolge die Priorität sein, kurzfristige Herausforderungen anzugehen, wie die Schwäche des Wachstums weltweit, die Arbeitslosigkeit und die Fragmentierung der Finanzmärkte. Die Europäer werden aufgefordert, ihre Bankenunion voranzutreiben. Die Europäische Zentralbank soll ihre konjunkturstützende Geldpolitik zunächst beibehalten.

Kommentare (4)

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Ludwig500

19.07.2013, 22:02 Uhr

Krass. Wachstum ankurbeln. Wollen die! Das ist ja völlig innovativ, damit hatte keiner gerechnet. Jetzt wird alles gut, wenn die G20 das Wachstum ankurbeln wollen kann ja nichts mehr schief gehen.

Klar, was sollen sie denn auch sonst wollen? Etwa "Wir brauchen weiterhin Sklaven für unsere Eliten"? Oder "wir wollen den Banken noch tiefer in den Hintern kriechen"? Oder aber "wir müssen den Reichtum auch in Zukunft mit allen Mitteln, notfalls mit Waffengewalt gegen das widerliche Gesocks verteidigen"?

Nee, Klartext ist nicht des Politiker´s Ding. Die schwafeln lieber vom unendlichen Wachstum. Wachstum von was? Wohlstand? Klar, für die wenigen, die ihn schon haben, zu Lasten der anderen 98%. Tatsächlich wachsen nur die Schulden, die zufällig das gleiche sind wie Einkommen der Gläubiger. Diese Schulden sind nicht realistisch zurückzahlbar, aber die Eliten sind freundlicherweise mit den Zinsen und Zinseszinsen zufrieden. Das reicht, um uns die Hälfte unseres Arbeitslebens für die Eliten und deren politischen Handlanger arbeiten zu lassen

DINO

20.07.2013, 09:05 Uhr

"........das Wachstum ankurbeln"

Einfach nur KRANK und PERVERS unsere Wirtschaftsform !
Ein Umdenken hätte schon längst in den "reichen" Industriestaaten erfolgen müssen, spätestens seit ROT/GRÜN bei uns !

Aber, da wurde der Rückschritt eingeläutet, in vielen Bereichen.

LOBBYISMUS pur !!! Einfach zuwider !

WFriedrich

21.07.2013, 11:40 Uhr

Eine Alternative zur wachstumsorientierten Politik sehe ich nicht und begrüße deshalb die Willenserklärung der G20. Allerdings stellt sich sofort die Frage, wieso dieser Entwicklungsweg nicht längst beschritten worden ist. Eine Antwort darauf fällt schwer: naheliegend ist die Überlegung, dass nun beabsichtigtes förderliches administratives Handeln zuvor durch administratives Ausbremsen wirkungslos selbst gemacht worden war. Nun sollten Reformen Tür und Tor offen stehen. Überzogene Hoffnungen werden trotzdem enttäuscht werden: so zeigt der Aufbau-Ost, dass auch sehr umfangreiche staatliche Finanzierungen innerhalb eines Zeitraumes von 23 Jahren nicht für einen selbsttragenden Aufschwung ausreichen. Gemessen an den Probleme der Krisenstaaten hat Ostdeutschland trotzdem gigantische Fortschritte erzielt - auch weil dort nicht permanent gegen Härten gestreikt worden ist. Aktuell werden diese Fortschritte durch die staatlich fehlgesteuerten Migrationsströme in das Sozialhilfe- und Arbeitslosensegment ggf. soweit aufgezehrt werden, dass die Ausnahmebedingungen für ein Aufweichen des verfassungsimmanenten Neuverschuldungsverbots alsbald genutzt werden können. Ein grundlegendes politisches Unvermögen wird aber in allen westlichen Industriestaaten immer deutlicher sichtbar: der Produktionsfaktor Arbeit entwickelt sich nicht konform mit den materiellen Produktionsfaktoren. Migrationspolitik, die die q u a l i t a t i v e n Erwartungen der Wirtschaft und Gesellschaft nicht erfüllt ist kontraproduktiv; sie ist sogar inhuman, weil Arbeitslosigkeit letztlich nur von einer zur anderen Stelle verschoben wird. Gelingt die Umsetzung des G20-Versprechens, so könnte diese inhumane Menschenentwurzelung beendet werden.

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