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02.02.2009

12:45 Uhr

Konjunkturprogramme

Ausbau der Infrastruktur als Antidepressivum

VonChristoph Hardt

Konjunkturprogramme sollen der wachsenden Weltbevölkerung Zugang zu Nahrung, Elektrizität, Bildung und Information verschaffen. In Davos demonstrierten die Teilnehmer der Veranstaltung „Infrastruktur für die sich entwickelnde Welt“ Zuversicht. Warum die aktuelle Krise auch eine Chance bedeutet.

Die Umsetzung der in Davos angekündigten Konjunkturprogramme könnte das Wachstum nach der Krise stabilisieren. Foto: dpa dpa

Die Umsetzung der in Davos angekündigten Konjunkturprogramme könnte das Wachstum nach der Krise stabilisieren. Foto: dpa

DAVOS. Die Hungerkrisen Europas, die Wissenschaft weiß es längst, waren bis ins 19. Jahrhundert nicht etwa Missernten, sondern dem schlechten Zugang der Menschen zu Lebensmitteln zuzuschreiben, der mangelnden Infrastruktur, wenn man so will. „Access, Zugang, das ist entscheidend für Fortschritt“, sagt Ngozi Okonjo-Iweala, Managing Director der Weltbank und frühere Finanzministerin Nigerias in Davos. Von der Veranstaltung unter dem Titel „Infrastruktur für die sich entwickelnde Welt“ ging nach Tagen zumeist deprimierender Krisenbeschreibungen ein Zeichen der Zuversicht aus. Wenn der Satz, dass die Krise auch die Chance bedeutet, in Davos eine Bestätigung fand, dann auf der von Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld moderierten Debatte.

Es ist ja beileibe nicht nur das gewaltige chinesische Infrastrukturprogramm, das zur Gesundung der globalen Ökonomie beitragen soll. Auch in Indien, das von der Finanzkrise vergleichsweise wenig erfasst wird, und in dem eher am Rande liegenden Afrika stehen große Projekte an, von den entsprechenden, durch Konjunkturprogramme beförderten Maßnahmen in den Industrieländern ganz zu schweigen. Nur eine Zahlenreihe illustriert die gewaltigen Aufgaben: Das Straßennetz der OECD-Länder beläuft sich auf 10,2 Meter je Einwohner, das Asiens auf noch 1,3, Afrika bringt es auf ganze 0,4 Meter.

Für Klaus Kleinfeld, der in seiner Zeit als Siemens-Chef den deutschen Weltkonzern auf seine Strategie der Megatrends Gesundheit, Urbanisierung und Energie einschwor, ist es eine Kernfrage, der bis 2050 um weitere drei Mrd. Menschen anwachsenden Weltbevölkerung Zugang nicht nur zu Nahrung und Elektrizität, sondern vor allem zu Bildung und Information zu verschaffen. Reuben Joseph September, Chef des südafrikanischen Telekomanbieters Telkom, brachte ein Beispiel aus dem Senegal: Durch die Anbindung von 40 000 Farmern an das Mobilfunknetz hätten diese ihre Erträge binnen Jahresfrist beinahe verdoppeln können, da sie ab sofort bestens darüber informiert seine, welche Waren auf welchen Märkten ihrer Region besonders nachgefragt seien.

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