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24.04.2013

00:18 Uhr

Konjunkurbelebung

Portugal will Unternehmenssteuer drücken

Die Sparpolitik soll ein Ende haben, forderte EU-Kommissionspräsident Barroso am Montag. Am Dienstag zog Portugal Konsequenzen: Das Schuldenland will Firmen steuerlich entlasten. Für Exporteure hat es einen Extraplan.

Damit Portugal aus der Rezession herauskommt, sollen Firmen dort weniger Unternehmenssteuer zahlen. Reuters

Damit Portugal aus der Rezession herauskommt, sollen Firmen dort weniger Unternehmenssteuer zahlen.

LissabonPortugal will zur Belebung der rezessionsgeplagten Konjunktur die Unternehmenssteuer senken. Die Belastung für die Firmen solle deutlich reduziert werden, sagte Wirtschaftsminister Alvaro Santos Pereira am Dienstag.

Derzeit beträgt der Steuersatz 24 Prozent. Die Absenkung solle allerdings allmählich erfolgen, da Portugal nicht die finanziellen Kapazitäten für eine sofortige Änderung habe. Der Minister nannte keine weiteren Details zu dem Vorhaben.

Zudem wolle das krisengeschüttelte Euromitgliedsland eine Entwicklungsbank für exportorientierte mittelständische Unternehmen gründen. In diesem Jahr sollen außerdem für Finanzierungszwecke der Wirtschaft über die in Staatsbesitz befindlich Bank CGD rund eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werden. Für das kommende Jahr seien 2,5 Milliarden Euro geplant. Am Montag hatte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gefordert, dass die Sparpolitik in Europa ein Ende haben müsse.

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Nach einem Veto des Verfassungsgerichts gegen Sparbeschlüsse hatte die portugiesische Regierung in der vergangenen Woche neue Einschnitte verabschiedet, um das Euro-Sorgenkind wieder auf Kurs zu bringen. Es wurden Ausgabenkürzungen im Umfang von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) beschlossen. Damit soll die nächste Kredittranche der internationalen Geber in Höhe von zwei Milliarden Euro gesichert werden.

Portugal musste vor zwei Jahren von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Im Rahmen des Hilfspakets wurde ein umfassender Reformkurs vereinbart. Demnach muss in diesem Jahr das Haushaltsdefizit auf 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung von 6,4 Prozent im vergangenen Jahr sinken.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.04.2013, 06:50 Uhr

Solche Fehler passieren in Deutschland nicht einmal im Gemeindeparlament, wo ja bekanntlich ehrenamtliche Laien regieren.
Es ist eine Zumutung, dass Deutschland solche Länder wie Zypern, Griechenland, usw. als gleichberechtigte Partner akzeptieren soll.
Diese chaotischen Jungs spielen in einer anderen Liga, in der Deutschland nichts zu suchen hat. Die Kanzlerin vergeudet ihre Zeit. Sie sollte für Deutschland retten was noch zu retten ist. Insbesondere unsere Privatvermögen und unsere Renten.

berwanger

24.04.2013, 07:27 Uhr

@Bietchekoopen

Portugal macht es genau richtig!

In einem abgeschotteten Deutschland werden unsere Privatvermögen nicht mehr sicher sein.

Und wenn Sie die Forderung nach der Sicherung unserer Renten stellen, sollten Sie vielleicht mal die eigentlichen Ursachen einer rückläufigen Rentenanpassung in Erwägung ziehen!

Dann stellen Sie vielleicht schnell fest, dass wir ein einheitliches System bestehend aus einem Auszahlungstopf und Verteilerschlüssel sowohl für Renten als auch Pensionen benötige. Dazu gehört die Streichung der Privilegien für Politiker ebenso wie eine faire leistungsgerechte Bezahlung aller Arbeitenden in Deutschland.

Ein breites Betätigungsfeld für die AfD. Aber die neu entstehende neoliberale Lobbypartei versagt hier auf ganzer Linie.

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