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26.05.2014

02:14 Uhr

Kopf-an-Kopf-Rennen

Kolumbien entscheidet in Stichwahl über Präsidenten

In Kolumbien wird über das Amt des Präsidenten in einer Stichwahl entschieden. Oppositionskandidat Óscar Zuluaga lag mit 29 Prozent vorn, gefolgt von Staatschef Juan Manuel Santos, der auf 25,5 Prozent der Stimmen kam.

Freude bei Zuluagas Anhängern: Der amtierende Staatschef Juan Manuel Santos lag knapp hinter seinem Rivalen Óscar Iván Zuluaga. Die Stichwahl soll am 15. Juni stattfinden. AFP

Freude bei Zuluagas Anhängern: Der amtierende Staatschef Juan Manuel Santos lag knapp hinter seinem Rivalen Óscar Iván Zuluaga. Die Stichwahl soll am 15. Juni stattfinden.

BogotáDie Kolumbianer bestimmen ihren nächsten Präsidenten in einer Stichwahl zwischen dem amtierenden Staatschef Juan Manuel Santos und dessen Rivalen Óscar Iván Zuluaga. Nach Auszählung von 99 Prozent der Wahllokale verfehlten beide bei der ersten Runde der Präsidentenwahl am Sonntag eine absolute Mehrheit. Wie das Wahlamt mitteilte, kam Zuluaga auf 29,3 Prozent der Stimmen, Santos landete bei 25,6 Prozent. Die Stichwahl soll am 15. Juni stattfinden.

Santos hatte im Wahlkampf für die Fortsetzung der Friedensverhandlungen mit der linksgerichteten Farc-Guerilla geworben. Zuluaga, der vom ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe (2002-2010) unterstützt wurde, hatte angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs die Gespräche mit den Rebellen nur dann wiederaufzunehmen, wenn die Farc die Waffen niederlegt.

Die konservative Kandidatin Marta Lucía Ramírez wurde nach dem vorläufigen Wahlergebnis Dritte (15,6), gefolgt von der linken Bewerberin Clara López (15,2) und dem Grünen Enrique Peñalosa (8,3).

Zur Abstimmung aufgerufen waren knapp 33 Millionen Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,9 Prozent und damit trotz des Ausbleibens eines Guerilla-Boykotts weit unter den rund 44 Prozent der letzten Präsidentenwahl.

Zwar regiert Santos eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Lateinamerikas, doch die Unterstützung für seine Wiederwahlkampagne war seit Monaten stetig zurückgegangen. Vor allem arme Kolumbianer, die nicht so stark von dem Wirtschaftsboom profitiert haben, sind enttäuscht.

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Santos und Zuluaga hatten zur selben Zeit im Kabinett unter dem ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe gedient. Die beiden konservativen Kandidaten sind sich darüber uneins, wie mit dem Friedensprozess mit der Rebellenarmee Farc umgegangen werden solle. Santos hat die Aussicht auf ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts zum Herzstück seiner Wahlkampagne gemacht. Kritiker befürchten, Rebellenführer könnten dadurch ungestraft davonkommen.

Auch Zuluaga unterstützt eine Einigung mit den Rebellen über Verhandlungen. Doch hat er angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs den Farc-Unterhändlern eine Woche Zeit zu geben, um ihre Verpflichtung gegenüber einem Frieden zu zeigen, indem sie eine dauerhafte Waffenruhe ausrufen.

Es herrschte absolute Ruhe am Wahltag, wie Polizeichef General Rodolfo Palomino dem Sender Radio Caracol sagte. Die Guerilla hatte eine achttägige Waffenruhe ausgerufen.

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