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13.06.2013

06:41 Uhr

Korea-Konflikt

Kim Jong Un gibt Südkorea Schuld für Gesprächspleite

Auf Regierungsebene wollten sich die Konfliktparteien aus Nord- und Südkorea zum Gespräch treffen. Doch der Austausch, der den Konflikt entschärfen sollte, ist gescheitert. Darunter leiden gemeinsame Wirtschaftsprojekte.

Staatsmedien zeigen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, wie er sich von den vornehmlich weiblichen Arbeiterinnen einer Lebensmittel-Firma feiern lässt. AFP

Staatsmedien zeigen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, wie er sich von den vornehmlich weiblichen Arbeiterinnen einer Lebensmittel-Firma feiern lässt.

SeoulNordkorea gibt Südkorea die Schuld für die Absage von geplanten Gesprächen über einen Annäherung. Das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas – eine Organisation der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei – beschuldigte Seoul am Donnerstag, mit Absicht ein Hindernis für die Gespräche geschaffen zu haben. „Das zeigt, dass die südkoreanische Seite von Beginn an keinen Dialog führen wollte“, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Südkorea hatte dem kommunistischen Nachbarland vorgeworfen, rangniedrigere Delegierte als Seoul entsenden zu wollen.

Nordkorea hatte jedoch am Dienstag Einwände gegen die Nominierung von Vize-Vereinigungsminister Kim Nam Shik zum südkoreanischen Delegationsleiter erhoben und verlangt, Seoul solle einen Minister entsenden. Dies hatte der Süden abgelehnt. Nordkorea hatte sich nach südkoreanischen Angaben schon bei Vorbereitungsgesprächen geweigert, einen Delegierten im Kabinettsrang für das Treffen zu benennen.

Die Sonderwirtschaftszone Kaesong

Was ist Kaesong?

Kaesong trägt die offizielle Bezeichnung Spezielle industrielle Verwaltungsregion Nordkoreas. Mit den dort angesiedelten südkoreanischen Unternehmen fungiert der Industriekomplex als gemeinsame Wirtschaftsentwicklungszone. Die Unternehmen aus dem Süden zog es vor allem wegen billiger und qualifizierter Arbeitskräfte dort hin.

Wie kam es zur Gründung von Kaesong?

Kaesong ist ein Ergebnis der sogenannten Sonnenscheinpolitik Südkoreas - der zwischen 1998 und 2008 betriebenen interkoreanischen Aussöhnung. Diese Politik zielte darauf ab, die Kontakte zwischen beiden Staaten zu beleben. Seit seiner Gründung 2004 ist der Industriekomplex das einzige Überbleibsel der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd, nachdem die offiziellen Beziehungen seit 2010 auf Eis liegen.

Wo liegt Kaesong?

Die Sonderwirtschaftszone liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Es gibt eine direkte Straßen- sowie Zugverbindung in den Süden. Insgesamt hunderte Arbeiter und Manager aus Südkorea überqueren täglich den nach Kaesong führenden Grenzposten. Ihre Namen werden den nordkoreanischen Behörden im Vorfeld übermittelt, diese geben dann grünes Licht für die Einreise.

Wer arbeitet in Kaesong?

Aktuell sind in Kaesong 123 südkoreanische Unternehmen tätig, die meisten davon stammen aus der Textil-, der Elektronik- und der Chemiebranche. Beschäftigt sind mehr als 53.000 nordkoreanische Arbeitskräfte sowie knapp 900 Südkoreaner im Managementbereich.

Wie erfolgreich war Kaesong bislang?

Südkoreanische Unternehmen investierten insgesamt 850 Millionen Dollar (664 Millionen Euro) in die Zone. Nach einem zunächst schleppenden Start meldete Kaesong erstmals 2011 einen Gewinn. Für 2012 wurde ein Umsatz von 469,5 Millionen Dollar vermeldet, für den Zeitraum seit 2004 wird der Wert mit 1,98 Milliarden Dollar angegeben.

Warum ist Kaesong so wichtig für Nordkorea?

Kaesong ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang. Die dort beschäftigten Nordkoreaner verdienen im Monat im Schnitt 144 Dollar. 2012 verlangte Nordkorea von acht der dort vertretenen Firmen Steuerzahlungen in Höhe von 160.000 Dollar.

Beide Länder hatten vereinbart, in dieser Woche in Seoul erstmals seit sechs Jahren wieder hochrangige Regierungsgespräche zu führen. Es sollte um die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte gehen. Dabei geht es vor allem um die Zukunft des Industriekomplexes Kaesong. In einer Sonderwirtschaftszone arbeiteten bislang Tausende nordkoreanische Arbeiter für südkoreanische Firmen. Derzeit ruht der Betrieb in Kaesong.


Von

dpa

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