Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2015

17:33 Uhr

Koreanische Halbinsel

Nordkorea testet erneut Raketen

Kriegssimulation im japanischen Meer: Nordkorea arbeitet weiter an seiner Drohkulisse und testet erneut Raketen mit kurzer Reichweite. Die Bodenschiffraketen seien 100 Kilometer geflogen, teilten Südkoreas Regierung mit.

Militärfahrzeuge fahren bei einer Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea hat erneut Kurzstreckenraketen getestet. dpa

Raketen bei einer Militärparade in Nordkorea

Militärfahrzeuge fahren bei einer Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea hat erneut Kurzstreckenraketen getestet.

SeoulNordkoreas Streitkräfte haben nach südkoreanischen Angaben erneut Raketen von kurzer Reichweite abgefeuert. Drei Raketen seien von Wonsan an der Ostküste aus in Richtung Japanisches Meer (Ostmeer) verschossen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Sonntag mit.

Es habe sich um Bodenschiffraketen vom Typ KN-01 gehandelt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Sie seien etwa 100 Kilometer geflogen.

Nordkorea habe damit vermutlich die Tests solcher Raketen fortgesetzt, wurde ein Vertreter des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte zitiert. Nordkoreas Volksarmee habe KN-01-Raketen auch im Februar und im Mai abgefeuert.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Im vergangenen Montag hatte der Test einer U-Boot-Rakete durch Nordkorea große Sorge in Südkorea und den USA ausgelöst. Nordkoreas Staatsmedien hatten am 9. Mai berichtet, dass das Land erstmals erfolgreich von einem U-Boot eine neuartige ballistische Rakete abgefeuert habe. Die USA hatten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang einen Verstoß gegen UN-Resolutionen vorgeworfen. Diese verbieten Nordkorea den Start ballistischer Raketen. Zwischen 2006 und 2013 hat Nordkorea drei Atomtests unternommen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×