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23.12.2014

08:04 Uhr

Korruption

Immobilien-Tycoon muss ins Gefängnis

In einem Korruptionsprozess in Hongkong sind ein einst mächtiger Politiker und ein milliardenschwerer Immobilienunternehmer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Milliardär Thomas Kwok muss für fünf Jahre hinter Gitter. ap

Der Milliardär Thomas Kwok muss für fünf Jahre hinter Gitter.

HongkongIm spektakulärsten Korruptionsprozess der Hongkonger Geschichte ist ein Immobilien-Tycoon zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Milliardär Thomas Kwok muss zudem 500.000 Hongkong-Dollar (53.000 Euro) zahlen, wie ein Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Dienstag entschied.

Der 63-Jährige wurde bereits am Freitag schuldig gesprochen. Eine Jury mit neun Geschworenen sah es als erwiesen an, dass der frühere Co-Chef des Immobilienkonzerns Sun Hung Kai Properties den hochrangigen Verwaltungsmitarbeiter Rafael Hui bestach. Der Unternehmer hatte den Funktionär für Informationen über anstehende Verkäufe von Landesflächen bestochen.

Der 66-jährige, dereinst zweitwichtigster Politiker in Hongkong, wurde zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er soll Millionenbeträge angenommen haben.

Die Urteile sind auch ein Signal an Politiker und Geschäftsleute in der früheren britischen Kolonie, dass sie nicht unantastbar sind. Zudem ist der Fall ein Sieg für die Antikorruptionsbehörde. Ihr wurde jahrelang vorgeworfen, keine größeren Erfolge vorweisen zu können.

Der Richter Andrew Macrae sagte in seiner Urteilsbegründung: „Viele Hongkonger werden enttäuscht sein, dass der einst zweitwichtigste Politiker Bestechungsgelder angenommen hat.“ Es sei sehr wichtig, dass Hongkong entschieden gegen Korruption vorgehe, da auch auf dem chinesischen Festland eine Kampagne gegen Korruption im Gange sei.

Kurz nach seinem Amtsantritt vor rund zwei Jahren hatte Chinas Staats-und Parteichef Xi Jinping eine großangelegte Anti-Korruptionskampagne angestoßen. Seitdem sind Dutzende mächtige Staatskonzerne ins Visier geraten. Viele hochrangige Funktionäre sind in den vergangenen Monaten über Korruptionsermittlungen gestürzt.

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