Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2016

16:20 Uhr

Korruption in Brasilien

Lula will als Präsidentschaftskandidat antreten

Brasiliens Ex-Präsident Lula will es seinen Gegnern zeigen und erneut als Kandidat für die Präsidentschaft antreten. Dabei drohen ihm Untersuchungshaft und ein Prozess wegen Geldwäsche und Verschleierung von Vermögen.

Brasiliens ehemaligem Präsidenten drohen Untersuchungshaft und ein Prozess. AFP; Files; Francois Guillot

Luiz Inácio Lula da Silva

Brasiliens ehemaligem Präsidenten drohen Untersuchungshaft und ein Prozess.

Rio de JaneiroDer wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck geratene Luiz Inácio Lula da Silva will 2018 wieder als Kandidat für das Präsidentenamt in Brasilien antreten. Das geht aus nun veröffentlichten Polizeiprotokollen hervor. Die Vernehmung fand nach der Razzia in Lulas Haus am 4. März in São Paulo statt.

„Was Sie mit mir machen, änderte die Dinge“, sagte der 70-Jährige. „Ich bin ein alter Mann und wollte mich eigentlich zur Ruhe setzen. Nun werde ich Kandidat für die Präsidentschaft 2018.“ Lula begründet es damit, dass er es seinen Gegner zeigen wolle.

Der vom Schuhputzer zum Präsidenten und weltweit geachteten Politiker aufgestiegene Lula steht im Fokus von Ermittlungen, die die von ihm gegründete, seit 2003 regierende linke Arbeiterpartei in eine tiefe Krise gestürzt hat. Lula drohen Untersuchungshaft und ein Prozess.

Vom Wachstumsstar zum Problemfall: Brasilien ist im freien Fall

Vom Wachstumsstar zum Problemfall

Premium Brasilien ist im freien Fall

Der einstige Wachstumsstar unter den Schwellenländern versinkt nur eineinhalb Jahre nach der Fußball-WM und wenige Monate vor Olympia in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Ein Vorwurf dreht sich um Ungereimtheiten bei einem Luxus-Apartment an der Atlantikküste. Die Ankläger vermuten Geldwäsche und die Verschleierung von Vermögen. Er bestreitet vehement den Verdacht, dass ihm die komplett renovierte Immobilie von einem Baukonzern als Schenkung überlassen worden ist. Er habe sie ursprünglich kaufen wollen, dann aber davon abgesehen, betont der frühere Präsident.

Bei dem Skandal mit all seinen Verästelungen geht es im Wesentlichen um Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras. Gegen 57 Politiker wird ermittelt. Viele Bürger werfen Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff eine Mitwisserschaft vor.

Am Sonntag demonstrierten 3,6 Millionen in über 300 Städten für ihre Amtsenthebung. Es gibt Gedankenspiele, Lula zum Minister zu machen, um ihn besser vor Untersuchungshaft und einem Prozess zu schützen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×