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18.08.2013

12:25 Uhr

Korruptionsverdacht gegen Bo

Prozessbeginn gegen chinesischen Politiker steht fest

Der ehemalige Hoffnungsträger und Handelsminister Bo Xilai steht ab Donnerstag vor Gericht. Das Verfahren gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden chinesischen Spitzenpolitiker ist äußerst umstritten.

Der Prozess gegen den ehemaligen Spitzenpolitiker Bo Xilai beginnt am Donnerstag. Reuters

Der Prozess gegen den ehemaligen Spitzenpolitiker Bo Xilai beginnt am Donnerstag.

PekingDem unter Korruptionsverdacht stehenden früheren chinesischen Spitzenpolitiker Bo Xilai wird ab Donnerstag der Prozess gemacht. Das Verfahren finde in Jinan statt, der Hauptstadt der Provinz Shandong, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag ohne weitere Einzelheiten.

Dem 64-jährigen ehemaligen Handelsminister und Ex-Chef der regierenden Kommunistischen Partei in der 30-Millionen-Metropole Chongqing wird Machtmissbrauch und Bestechlichkeit vorgeworfen. Das Verfahren gilt als Test Bewährungsprobe für die neue politische Führung unter Präsident Xi Jinping, die im Land grassierende Korruption zu bekämpfen.

Die Akteure des Politkrimis in China

Bo Xilai

Der charismatische Spitzenpolitiker galt als aufsteigender Star in der neuen Führung. Als Sohn des legendären Revolutionärs Bo Yibo – einer der „acht Unsterblichen“ der Partei – hatte der heute 63-Jährige eine steile Karriere gemacht. Er stieg vom Bürgermeister der Hafenstadt Dalian über den Posten des Gouverneurs zum Handelsminister auf. Seit 2007 war Bo Xilai Parteichef der Metropole Chongqing. Seine soziale Politik und revolutionären Kampagnen machten ihn zur Galionsfigur der Linken. Der Skandal brachte das einflussreiche Politbüromitglied im März zu Fall.

Gu Kailai

Die Ehefrau von Bo Xilai war eine erfolgreiche Anwältin und Geschäftsfrau. Die heute 53-Jährige ist Tochter von General Gu Jingsheng, einem berühmten Revolutionär. Nach dem Jurastudium machte sich Gu Kailai einen Namen als erste Anwältin, die eine Klage gegen eine amerikanische Firma gewann. Mit Bo Xilai hat sie den Sohn Bo Guagua. Sie soll sich in der Familie um geschäftliche Dinge gekümmert und angeblich ein Vermögen ins Ausland geschafft haben.

Neil Heywood

Der britische Geschäftsmann war seit den 90er Jahren eng befreundet mit dem Politikerpaar. Er war mit einer Chinesin verheiratet und hatte zwei Kinder. Als Unternehmensberater half der Brite der Familie von Bo Xilai bei privaten Geschäften. Im November wurde der 41-Jährige tot in einem Hotelzimmer gefunden. Erst soll exzessiver Alkoholkonsum die Todesursache gewesen sein. Doch nach den Enthüllungen von Polizeichef Wang Lijun wurde Gu Kailai des Giftmordes angeklagt. Das Motiv war wohl ein geschäftlicher Streit. Im August erhielt Gu Kailai ein Todesurteil auf Bewährung.

Wang Lijun

Der frühere Polizeichef war seit den 90er Jahren ein enger Vertrauter von Bo Xilai, als dieser noch Gouverneur von Liaoning war. Wang Lijun folgte dem Spitzenpolitiker in die Metropole Chongqing. Die Propaganda pries beide als gnadenlose Kämpfer gegen das organisierte Verbrechen. Wang Lijun bekam den Spitznamen „Super-Bulle“. Allerdings sahen Kritiker in dem teils rechtswidrigen Vorgehen eher eine Kampagne, um alte Machtstrukturen in Chongqing auszumerzen und selbst die Kontrolle zu übernehmen. Ende 2011 scheinen sich die Freunde überworfen zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Mord an einem britischen Unternehmer im November 2011 war gegen Bos Frau, Gu Kailai, eine Todesstrafe auf Bewährung verhängt worden. Der Prozess gegen den ehemaligen Hoffnungsträger gilt als umstrittenstes Verfahren seit dem Sturz der Witwe Mao Tse-tungs und der sogenannten Viererbande am Ende der Kulturrevolution 1976. Bo genießt nach wie vor Unterstützung in konservativen Kreisen sowie bei denen, die sich von der herrschenden Politik benachteiligt fühlen.

Von

rtr

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