Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.08.2011

00:57 Uhr

Kosovo-Blockaden

KFOR-Kommandant kommt nicht durch

Erhard Bühler wurde auf dem Weg zu Verhandlungen im Grenzkonflikt aufgehalten. Serbische Demonstranten behindern Bemühungen, Straßenblockaden abzubauen. Aber auch die Regierung des Kosovo weigert sich, zu verhandeln.

Kosovo-Serben sprechen mit KFOR-Soldaten. Quelle: Reuters

Kosovo-Serben sprechen mit KFOR-Soldaten.

Pristina/BelgradSerbische Demonstranten haben nach Angaben der NATO am Dienstag den deutschen Oberbefehlshaber der Schutztruppe KFOR dabei behindert, über den Abbau von Straßenblockaden im Norden des Kosovos zu verhandeln.

Erhard Bühler sei auf dem Weg zu einem Treffen mit zwei Vertretern Serbiens an einer der Blockaden angehalten worden, teilte die NATO am Abend mit. Auf Bildern der Fernsehnachrichtenagentur APTN war zu sehen, wie Borislav Stefanovic und Goran Bogdanovic die Serben aufforderten, den Weg für Bühler und seinen Konvoi freizumachen. Wegen der angespannten Lage im Kosovo werden 550 deutsche Soldaten zur Unterstützung der KFOR gesandt.

Unterdessen hat die Regierung des Kosovos alle Verhandlungen mit Serbien über den Status des nördlichen Landesteils abgelehnt. „Die volle Souveränität Kosovos, seine territoriale Integrität und seine innere Ordnung können nicht Thema des Dialogs mit Serbien sein“, sagte Regierungschef Hashim Thaci am Mittwoch in Pristina nach einem Treffen mit dem EU-Vermittler Robert Cooper.

Sollten im Kosovo die Grenzen angetastet werden, „bedeutet das klar die Öffnung der Grenzfragen in der gesamten Region“, warnte Thaci.

Der Regierungschef holte sich nach dem Treffen mit dem EU-Vermittler in einer Sondersitzung Rückendeckung von seinem Kabinett. Es werde keine Rückkehr zum alten Zustand an den Grenzen zu Serbien geben, sagte Thaci danach. Das sei „die rote Linie“, die er nicht überschreiten werde. Das habe er auch dem EU-Gesandten mitgeteilt.

Demgegenüber verlangt die serbische Minderheit im Land, dass die vor einer Woche von der Kosovo-Regierung übernommenen zwei Grenzübergänge zu Serbien wieder serbischer Kontrolle unterstellt werden. Um dieses Ziel durchzusetzen, haben die Serben seit über einer Woche mit Straßenblockaden den Verkehr auf den wichtigsten Transitstraßen unterbrochen.

Die internationale Schutztruppe KFOR hatte wiederholt die Räumung der Barrikaden verlangt. Auf eine gewaltsame Räumung hatte KFOR-Kommandeur Erhard Bühler „aus humanitären Gründen“ verzichtet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×