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24.08.2011

19:12 Uhr

Kosovo-Konflikt

Serbien weist Merkels Forderungen zurück

Serbien lehnt Merkels Vorschlag ab, sich aus dem Nordkosovo zurückzuziehen. Ein Nachgeben des Landes ist neben den Reformvorhaben die entscheidende Bedingung für eine Annährung an die EU.

Angela Merkel bei einem Treffen mit der serbischen Regierung in Belgrad. dapd

Angela Merkel bei einem Treffen mit der serbischen Regierung in Belgrad.

BelgradDas offizielle Serbien hat die Forderung der Bundeskanzlerin Angela Merkel, es solle sich im Kosovo-Konflikt zurückziehen, ohne wenn und aber abgelehnt. „Die serbischen Institutionen sind für die Serben im Kosovo unverzichtbar“, sagte der in der serbischen Regierung für das Kosovo zuständige Minister, Goran Bogdanovic, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Beta in Belgrad: „Wir können sie weder aufgeben noch auflösen.“ Merkels Forderung sei „absolut und vollständig unannehmbar“.

Merkel hatte am Vortag dem serbischen Staatspräsidenten Boris Tadic klargemacht, dass sich sein Land aus dem Nordkosovo mit seiner kompakten serbischen Bevölkerung zurückziehen müsse. Im Gegenzug müsse der albanisch bestimmten Zentralregierung in Pristina die Ausweitung ihres Einflussbereichs in dieser Region ermöglicht werden. Ein Nachgeben Serbiens im Kosovo sei neben den Reformvorhaben die entscheidende Bedingung für die weitere Annäherung des Landes an die EU.

Serbien finanziert mit deutlich über 200 Millionen Euro im Jahr seine Landsleute in Nordkosovo, wo die Regierung in Pristina nichts zu sagen hat. Die Kommunalverwaltungen, die Polizei, das Gesundheits- und das Bildungssystem werden dort von Belgrad kontrolliert.

Von

dpa

Kommentare (9)

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vlada

24.08.2011, 20:32 Uhr

Lächerliche Forderungen. Ich bin froh, gehört Kosovo nicht mehr zu Serbien, die Probleme der Provinz braucht Serbien echt nicht auch noch. Wieso lässt Frau Merkel die Serben im Norden Kosovos nicht selber entscheiden, zu welchem Staat sie gehören möchten?

Mynihu

24.08.2011, 21:38 Uhr

Es ist ebenfalls absolut vollständig unannehmbar das Länder, welche die Stabilität einer ganzen Region vorsätzlich gefährden nichts in der EU zu suchen haben! Die destabilisierung anderer Länder wie es Serbien vormacht dürfen nicht mit einem EU-betritt belohnt werden!

nikowolff

24.08.2011, 22:17 Uhr

Frau Merkel täte gut daran, vor der eigenen Haustüre zu kehren, auch wenn sie sich dort genauso wenig auskennt wie in Ländern, in denen Deutschland aus guten Gründen noch nie in guter Erinnerung gewesen war. Wie kann man einer anderen Regierung diktieren wollen, dass sie den Schutz eigener Landleute in einem feindlich gesinnten, von aussen installierten, Nachbarstadt aufgibt? Das ist weder Politik noch Physik, das ist Frau Merkels katastrophales Unvermögen, Europa auch nur ansatzweise zu verstehen. Wie auch, wenn man zwischen Pfarrhaus und FDJ in der Berliner Streusandbüchse sein Weltbild geformt hat?

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