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15.05.2012

21:21 Uhr

Kostenschätzung

Frankreich käme griechische Drachme teuer zu stehen

Nicht nur Deutschland würde ein Ausstiegs Griechenlands aus dem Euro einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Auch Frankreich muss einer Studie zufolge mit Kosten in solcher Höhe rechnen.

Drachme oder Euro? Die Frage stellt sich in Griechenland. dpa

Drachme oder Euro? Die Frage stellt sich in Griechenland.

ParisEin Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone würde Frankreich einer Studie zufolge enorm belasten. Den französischen Steuerzahler könnte dies bis zu 66,4 Milliarden Euro kosten, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung von der IESEG-Management-Schule in Lille hervorgeht. Dies entspricht Frankreichs Anteil an den internationalen Finanzhilfen, den griechischen Schulden bei der Europäischen Zentralbank sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Target2-Zahlungsverkehrssystem. Zudem drohten den französischen Banken Verlust über rund 20 Milliarden Euro. Denn nach IESEG-Schätzungen haben die Institute griechische Schulden und Darlehen von knapp 40 Milliarden Euro in ihren Büchern haben. Sollte das Land die Euro-Zone verlassen, dürfte die neue Währung auf bis 50 Prozent zum Euro abgewertet werden.

Frankreich beteiligt sich in etwa mit einem Fünftel an der finanziellen Unterstützung für Griechenland. Laut IESEG-Forschungschef Eric Dor ist es unwahrscheinlich, dass der deutsche Nachbar als Gläubiger gar keine Hilfen zurückgezahlt bekommt. "Die Verluste würden sich in jedem Fall wahrscheinlich auf eine Summe von mehreren zehn Milliarden Euro belaufen", fasste Dor zusammen.

Einer Analyse der Berenberg Bank zufolge beläuft sich das maximale Verlustrisiko der Euro-Zone gegenüber Griechenland auf etwa 135 Milliarden Euro. Dieser Betrag müsste abgeschrieben werden, wenn das Land nach einer Pleite und einem Euro-Austritt keine der Forderungen mehr bedienen würde. Der deutsche Anteil daran betrüge etwa 27 Prozent, also rund 36 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

15.05.2012, 21:50 Uhr

Die griechischen Verpflichtungen bleiben auch nach Austritt aus der Euro-Zone und einer Abwertung in ursprünglicher Höhe bestehen. Verluste gibt es bei einem Schuldenschnitt.

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