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12.12.2012

09:27 Uhr

Kostis Hatzidakis

„Griechenland dürstet nach Investitionen“

ExklusivGriechenlands Entwicklungsminister will bei seinem Besuch in Deutschland am Donnerstag um Investitionen werben. Es ist eine der Strategien, um „unsere Realwirtschaft zu stützen“, sagt er im Handelsblatt-Interview.

Kostis Hatzidakis. Foto: dpa

Kostis Hatzidakis. Foto: dpa

AthenGriechenlands Entwicklungsminister Kostis Hatzidakis will bei seinem Besuch in Berlin am Donnerstag um deutsche Investitionen werben. „Griechenland dürstet nach Investitionen, und Deutschland gehört zu den wichtigsten Adressaten, an die wir uns wenden“, sagte Hatzidakis in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.

Der griechische Minister trifft morgen seinen deutschen Amtskollegen Philipp Rösler. Nach der vollzogenen Öffnung der Märkte in Griechenland, der Deregulierung des Transportwesens, des Energiesektors und des Arbeitsmarktes biete sein Land eine „solide Basis für Investitionen“, sagte Hatzidakis. Als attraktive Branchen nannte der Minister unter anderem den Tourismus, den Energiesektor und die Bio-Landwirtschaft.

Selbstkritisch äußerte sich Hatzidakis in dem „Handelsblatt“-Interview zum Thema Privatisierungen: „Es gibt keine Ausreden, in der Vergangenheit hatten wir Verzögerungen“. Deshalb setze die neue Regierung jetzt alles daran, verlorenen Boden gut zu machen. 29 Privatisierungsprojekte seien bereits in Arbeit. Im kommenden Jahr sollen unter anderem der Gaskonzern Depa, der Lotto- und Toto-Betreiber Opap sowie die Bahn-Betriebsgesellschaft Trainose verkauft werden, kündigte Hatzidakis an.

Die Regierung will auch mehrere teils seit Jahren stillstehende Infrastrukturprojekte anschieben, wie den Bau von vier privat betriebenen Autobahnen. Zu den Konzessionären gehört auch Hochtief. „Damit geben wir auch ein Signal des Aufbruchs“, sagte Hatzidakis dem „Handelsblatt“. Der Minister erwartet, dass sein Land Ende 2013 die Rezession hinter sich lassen kann. Er sei aber besorgt, dass bis dahin auch gesunde Unternehmen in den Sog der Krise geraten könnten: „Wir segeln durch einen Sturm mit Windstärke zehn“, sagte Hatzidakis. „Wir haben es geschafft, den Verbleib unseres Landes im Euro zu sichern. Jetzt müssen wir alles daransetzen, unsere Realwirtschaft zu stützen.“

Von

ghoe

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

12.12.2012, 09:18 Uhr

"biete sein Land eine „solide Basis für Investitionen“, sagte Hatzidakis."

Ich lach mich schlapp. Solange die Korruption auf allen Ebenen munter weiter blüht, Rechnungen nicht bezahlt werden und es keine Rechtssicherheit (wie z. B. ein funktionierendes Katasteramt) gibt, investiert doch kein Geschäftsmann auch nur einen Cent. Die einzigen die vielleicht investieren sind Banken und Hedgefonds, für die wie immer der Steuerzahler haftet.

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12.12.2012, 09:30 Uhr

Ganz klar, im deutschen Medienkartell aus Springer, Burda, Bertelsmann, den beiden Holtzbrincks und ihren jeweiligen Vasallen ist derzeit die Kampagne angesagt, ein positives Griechenbild zu zeichnen. Wir sind derzeit im "die armen, leidenden-Griechen"-Modus (mit Flankenschutz: "die jetzt in die Hände spuckenden Griechen"). Ich lach mich krank!

Bin gespannt, wann mal wieder entschieden wird, in den "die faulen-korrupten-Griechen"-Modus umzuschalten, z.B. wenn wieder mal politisch entschieden wird, den Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone zu betreiben.
Dieser Flip kann - wie die Erfahrung zeigt - innerhalb von Stunden passieren. Wirklich amüsant zu beobachten, auch die Korrelation zu den Aktienmärkten (die typischerweise schon ein paar Stunden vor dem Medienflip reagieren).

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12.12.2012, 09:31 Uhr

"biete sein Land eine „solide Basis für Investitionen“, sagte Hatzidakis."

Ich weiss echt nicht mehr...sind die sogar zum lügen trotz professioneller Beratung zu blöd? Man merkt es schon an MErkel, Schäuble, Gabriel und co....sogar deren Lügen werden immer absurder....oder liegt das Problem daran dass die Schafsbürger immer bescheuerter werden?

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