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05.07.2014

12:22 Uhr

Krawalle in Israel

16-jähriger Palästinenser wurde lebendig verbrannt

War es ein Rachemord für die drei getöteten israelischen Jugendlichen? Die Autopsie des getöteten 16-jährigen Palästinensers ergibt, dass er an schweren Verbrennungen gestorben ist. Alte Feindschaften flammen wieder auf.

Im Westjordanland brennen die Straßen: Die Familie des 16-Jährigen beschuldigt israelische Siedler des Mordes. AFP

Im Westjordanland brennen die Straßen: Die Familie des 16-Jährigen beschuldigt israelische Siedler des Mordes.

Tel Aviv/GazaDas palästinensische Opfer eines mutmaßlichen Rachemordes in Jerusalem ist ersten Untersuchungen zufolge lebendig verbrannt worden. Die Autopsie habe ergeben, dass der 16-Jährige aus dem Ostteil der Stadt an schweren Verbrennungen gestorben sei, sagte der palästinensische Generalstaatsanwalt Mohammed Al-A'wewi am späten Freitagabend der Nachrichtenagentur Wafa. Der Junge war nach der Beerdigung dreier jüdischer Schüler verschleppt worden, die im Westjordanland getötet worden waren.

Die Familie des Jugendlichen und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas sehen den Jugendlichen als Opfer eines Racheaktes. Nach seiner Trauerfeier kam es in Jerusalem zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der Polizei.

Für den Tod der drei Schüler macht Israel die radikal-islamische Hamas verantwortlich. Diese hat sich bislang nicht dazu geäußert. Die Täter sind auf der Flucht. Der Tod der vier Jugendlichen hat Emotionen und Feindseligkeit auf beiden Seiten wieder hochkochen lassen.

Israel

Einwohner

7,8 Millionen

Staatsform

parlamentarische Republik

Staatschef

Schimon Peres

Besonderheiten

Die gefühlte Bedrohung durch den Iran beherrscht die politische Agenda.

Die Unruhen in Ostjerusalem gingen in der Nacht zum Samstag weiter. Hoffnungen richteten sich auf eine mögliche Vermittlung zwischen Israel und der palästinensischen Hamas durch Ägypten.

Laut israelischen Medienberichten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei. Maskierte Palästinenser warfen Steine und Molotowcocktails. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

Die Krawalle griffen in der Nacht auf andere Orte über. Es habe Festnahmen und Leichtverletzte gegeben, berichtete die Zeitung „Haaretz“ online am Samstagmorgen.

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