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12.08.2011

17:32 Uhr

Krawalle in London

Es kracht zwischen Cameron und Scotland Yard

In England ist die Zahl der Toten durch die Randale auf fünf gestiegen. Auf den Straßen blieb es ruhig. Doch nun kracht es zwischen der Regierung Cameron und Scotland Yard.

Cameron neben einem Scotland-Yard-Beamten. Quelle: Reuters

Cameron neben einem Scotland-Yard-Beamten.

LondonNach den schweren Ausschreitungen in London und anderen Städten ist ein offener Streit zwischen Scotland Yard und der Regierung von Premierminister David Cameron ausgebrochen. Der amtierende Londoner Polizeichef Tim Godwin wehrte sich am Freitag gegen Vorwürfe Camerons, zu Beginn der Krawalle in den Nächten zu Sonntag und Montag seien „bei weitem zu wenig“ Polizisten im Einsatz gewesen. Die Zahl der Todesopfer als Folge der Krawalle stieg unterdessen auf fünf. Bislang wurden nach den Krawallen landesweit mehr als 1500 Tatverdächtige festgenommen. Am Wochenende ist die Polizei erneut unter Spannung, weil die Fußball-Premier-Leauge startet.

Mit Blick auf Cameron und Innenministerin Theresa May sagte der amtierende Polizeichef Godwin, die Kritik komme von Leuten, die zum fraglichen Zeitpunkt „nicht da“ waren. Cameron und May machten bei Ausbruch der Ausschreitungen Urlaub. Godwin, Stellvertreter des im Juli wegen einer Korruptionsaffäre zurückgetretenen Paul Stephenson, lobte die Polizeiarbeit während der Ausschreitungen.

„Wir haben einige der besten Polizeiführer, die ich auf der Welt gesehen habe“, sagte er. „Als Ergebnis daraus konnten wir das nach ein paar Tagen im Keim ersticken“, betonte er. Bei der Auswahl der Taktik und der Zahl der Polizisten handele es sich um „Entscheidungen der Polizei“, betonte Godwin.

Cameron und mehrere Parlamentarier seiner konservativen Tories hatten die Polizeitaktik infrage gestellt und ein härteres Durchgreifen mit Gummigeschossen und Wasserwerfern gegen die Randalierer als Option zur Diskussion gestellt. Innenministerin May hatte wiederholt die Leistung der Polizisten auf der Straße gelobt, die Einsatzleitung aber unerwähnt gelassen. Unterdessen trieben Polizei und Gerichte am Freitag fieberhaft die Aufarbeitung der Gewalttaten voran. Hunderte Verdächtige erschienen in Schnellverfahren vor Gericht.

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