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13.08.2011

13:00 Uhr

Krawalle in London

Streit über Mittel gegen Gewalt

Nach den Krawallen in England beginnt nun die Suche nach Methoden, wie Gewalt in Zukunft verhindert werden kann - eine Suche, die das Verhältnis zwischen Premierminister David Cameron und der Polizei belastet.

David Cameron im Gespräch mit der britischen Polizei. Quelle: dapd

David Cameron im Gespräch mit der britischen Polizei.

LondonIm Streit um Mittel zur Verhinderung neuer Gewalt auf Englands Straßen wird der Graben zwischen der britischen Regierung und der Polizei immer tiefer. Premierminister David Cameron holte sich Hilfe aus den USA und engagierte den früheren Polizeichef von Los Angeles und New York, Bill Bratton, als Berater. Er werde die Regierung in Fragen der Bandenkriminalität unterstützen, kündigte Bratton am Samstag in einem Interview mit dem US-Sender abc an. Polizeigewerkschaften wehrten sich gegen den Schritt und betonten, die Polizei auf der Insel sei der Situation durchaus selber gewachsen. Derweil blieben neue Krawalle aus. 

Die Vereinigung hoher britischer Polizeibeamter kritisierte den Einsatz von Bratton. Die britische Polizei verstehe die Gesetzeslage im eigenen Land sehr viel besser und sei absolut geeignet, den Premierminister zu beraten, hieß es unter anderem von der Association of Chief Police Officers. „Warum fragt der Premierminister nicht uns?“ 

Nach den schweren Krawallen, die vor rund einer Woche in London ausgebrochen waren und sich von dort in andere englische Städte ausbreiteten, hatte es Kritik an der Polizei gegeben. So soll sie nicht schnell genug reagiert und zunächst zu wenige Beamte auf den Straßen gehabt haben. Bei den Unruhen waren fünf Menschen gestorben. An Häusern und Geschäften entstand Millionenschaden. 

Die Interessenvertretung der Londoner Polizei, die Metropolitan Police Federation, kritisierte erneut die geplanten Kürzungen. Es passe nicht zusammen, dass Cameron mit harter Hand gegen mögliche Randalierer vorgehen und gleichzeitig der Polizei das Geld kürzen wolle, sagte John Tully von der Organisation. In Zukunft werde man wegen der Kürzungen weniger statt mehr Polizisten auf der Straße sehen. Auch könne es passieren, dass verurteilte Straftäter früher aus den Gefängnissen entlassen würden, weil es nicht genug Plätze dort gebe. 

Der als „Supercop“ bezeichnete Bratton betonte nach Medienberichten, dass das Problem der Bandenkriminalität langfristig nicht dadurch gelöst werden könne, Menschen ins Gefängnis zu stecken. Stattdessen müsse es Veränderungen in den Stadtteilen geben. So sollten beispielsweise mehr Polizisten mit Migrationshintergrund im Einsatz sein. Damit könne die Akzeptanz der Polizei bei den Banden erhöht werden. 

Kommentare (5)

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norbert

13.08.2011, 13:42 Uhr

Es ist kontraproduktiv, Kriminalität mit Ethnien ( nicht=Völkern ) zu verwechseln. In jeder Gesellschaft gibt es Dummköpfe, die nichts begreifen und die man deshalb dressieren sollte.

Island

13.08.2011, 15:32 Uhr

Eine Polizei gehört zu dem Gewaltmonopol eines Staates.

Die Frage lautet aber wer ist Mitglied eines Staates?

Mitglied eines Volkes?

Mitglied einer Gesellschaft?

Diese Mitglieder mussen nicht immer identisch sein.

Die Kriminalität der Gastarbeiter hat aber keinen Zusammenhang mit Ethnien. Es handelt sich um fremde Völker (Türken, Russen, Polen etc.) die nur temporär bei uns leben.

Diese Gäste müssen das Gewaltmonopol ihres Gastlandes anerkennen.

Die Gründe der hohen Kriminalität der Gastarbeiter in unserem Land sind bekannt.

Dabei sind die Gastarbeiter keine homogene Gruppe.




Pendler

13.08.2011, 15:33 Uhr

Man könnte auch sagen:

"es geht nicht ohne Disziplin"

Und wenn die Migranten die Polizisten nicht akzeptieren, dürfen sie gerne gehen. Keiner hat sie gezwungen hierher zu kommen. das genau wird gerne vergessen, dass sie freiwillig hierher gekommen sind. Und wer sich nicht wie ein Gast benehmen kann, bekommt Hausverbot.

Komisch, warum praktiziert man das nur im sog. Privatbereich und nicht auf Staatsebene?

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