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17.08.2012

15:27 Uhr

Kreative Geldbeschaffung

Griechenland klammert sich an Notkredite

Von der Europäischen Zentralbank erhält Griechenland kein frisches Geld mehr und auch die Euro-Länder haben den Hahn zugedreht. Um den Bankrott dennoch zu vermeiden, setzt das hochverschuldete Land auf kreative Tricks.

Griechenland hält sich mit derzeit mit Notkrediten über Wasser. dpa

Griechenland hält sich mit derzeit mit Notkrediten über Wasser.

AthenUm die Pleite abzuwenden, setzen Griechenland und seine Banken immer kreativere Strategien ein. Die maroden Finanzinstitute im hochverschuldeten Euroland halten sich mit Notkrediten über Wasser - der sogenannten „Emergency Liquidity Assistance“ (ELA). Denn der Finanzsektor ist vom privaten Kapitalmarkt abgeschnitten. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) rückt kein Geld mehr heraus.

Seit Juli nimmt die EZB keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit an. Die Euro-Staaten haben zugleich weitere Hilfszahlungen blockiert, bis die Troika aus Europäischer Union, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) ihren Bericht über die Spar- und Reformschritte in Athen abschließt.

Griechenland zapft deshalb seine letzte Geldquelle an. Die Geldhäuser, die griechische Zentralbank und der Staatshaushalt sind dabei in gegenseitiger Abhängigkeit verquickt. Um fällige Anleiheschulden bei der EZB begleichen zu können, veranstaltete das griechische Finanzministerium diese Woche Geldmarktauktionen. Käufer der kurzlaufenden Schuldverschreibungen des Staates waren vor allem griechische Banken. Diese reichen die Papiere wiederum im Rahmen der ELA-Kreditlinie bei der griechischen Notenbank ein und erhalten frisches Geld. Das ELA-Geld wird von der griechischen Zentralbank bereitgestellt, die auch dafür haften soll. Die Ausfallgefahr liegt formal beim Staat - doch der hängt am Tropf internationaler Geldgeber. Deshalb tragen diese letztlich auch das Risiko.

Die EZB duldet das, obwohl ELA-Notkredite eigentlich nur dafür gedacht sind, kurzfristig Liquiditätsprobleme zu vermeiden. Noch sprudelt Athens letzte Quelle kräftig: Die ELA-Kredite sind im Juli von 61,94 Milliarden Euro rasant auf 106,31 Milliarden Euro geklettert, wie aus Zahlen der griechischen Zentralbank hervorgeht.

Geschäftsbanken müssen zwar Sicherheiten - in der Regel Wertpapiere - hinterlegen, um sich Geld aus dem ELA-Topf zu besorgen. Die Ansprüche an diese Pfandtitel sind jedoch gering und können von den nationalen Notenbanken eigenmächtig festgelegt werden. Analysten zweifeln deshalb, ob sie bei einem Zahlungsausfall wirklich Schutz vor Verlusten bieten würden. Kritiker sprechen von einem „Fass ohne Boden“.

Kommentare (13)

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pendler

17.08.2012, 15:40 Uhr

sollte man seine Shorts auflösen, wenn die GR bald ihre Drachme bekommen haben?

Account gelöscht!

17.08.2012, 15:53 Uhr

Die Griechen machen weiter wie gewohnt: Lügen, bescheissen und betrügen und abzocken im großen Stil, den der dumme deutsche Michel bezahlt ja, wie immer die Rechnung.
Dieses Völkchen gehrt so schnell wie möglich entfernt aus dem Euro, inklusive der Spanier, Portugiesen, Irländer und Italien. Man könnte den Griechen ja mal androhen, ihre Schuldtitel an die Türkei zu verkaufen, die sich dafür dann griechisches Land holen kann zur Begleichung der Schulden!

Account gelöscht!

17.08.2012, 15:59 Uhr

Die Griechen werden von "EU aus Brüssel" grundversorgt, so lange sie den EURO haben. Nur deshalb bleiben sie noch beim EURO. So lange sie etwas umsonst bekommen - aber keinen Tag länger !

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