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08.01.2010

17:13 Uhr

Kreditrückzahlung

Joschka Fischer könnte Island helfen

Händeringend suchen die Isländer nach einem Ausweg aus der Kreditfalle: Das eigene Volk wehrt sich gegen die Rückzahlungen, gleichzeitig wenden sich die Nachbarländer vom Inselstaat ab. Helfen könnte Joschka Fischer, der als Vermittler im Streit um die Spareinlagen im Gespräch ist.

Joschka Fischer: Als Vermittler in Island im Gespräch. ap

Joschka Fischer: Als Vermittler in Island im Gespräch.

HB ESSEN. Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer ist als Vermittler im Streit um die Rückzahlung verlorener isländischer Spareinlagen im Gespräch. Der Grüne Politiker sei ein Kandidat für die Leitung einer geplanten Vermittlungskommission, die den Konflikt zwischen Island auf der einen und Großbritannien und den Niederlanden auf der anderen Seite beilegen solle, zitierten Zeitungen der WAZ-Mediengruppe Lilja Mósesdóttir, Mitglied des isländischen parlamentarischen Ausschusses für Wirtschaft.

Hintergrund ist, dass Großbritannien und die Niederlande 3,5 Milliarden Euro an Sparer gezahlt haben, die ihr Geld nach dem Kollaps der isländischen Icesave-Bank verloren hatten. Dafür soll nun Island haften. Doch ist dies in Island sehr umstritten.

Der isländischen Präsidenten Olafur Ragnar Grimsson stoppte erst kürzlich ein Gesetz über die Zahlung von fast vier Milliarden Euro an Großbritannien und die Niederlande. Über die Milliarden-Zahlungen sollen die Isländer nun in einer Volksabstimmung entscheiden. Die britische Regierung hat Island gedroht, wegen des Streits über den Zusammenbruch der Icesave-Bank den EU-Beitritt der Insel zu blockieren.

Die Regierung in Reykjavik nahm am Freitag in einer Sondersitzung Beratungen über eine Gesetzesvorlage für ein Referendum auf. Demnach soll die Abstimmung so bald wie möglich und spätestens am 6. März stattfinden.

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