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28.07.2012

11:40 Uhr

Kreditwürdigkeit

S&P bestätigt Bestnote für Großbritannien

Standard & Poor's bescheinigt Großbritannien trotz Rezession weiterhin eine Top-Bonität. Damit bleibt die Ratingagentur im Gegensatz zu Moody's und Fitch bei ihrer positiven Prognose für das Königreich.

Zufrieden mit dem S&P-Rating: Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne. Reuters

Zufrieden mit dem S&P-Rating: Großbritanniens Schatzkanzler George Osborne.

New YorkDie US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Großbritannien trotz seiner derzeitigen Rezession die Bestnote „AAA“ und einen stabilen Ausblick für seine Kreditwürdigkeit bestätigt. Begründet wurde dies am Freitag in New York mit der Erwartung, dass die britische Wirtschaft sich in der zweiten Jahreshälfte erholt und die Regierung ihr Konsolidierungsprogramm weiter umsetzt.

Schatzkanzler George Osborne zeigte sich erfreut: Großbritannien stehe „aufgrund der von uns beschlossenen Maßnahmen die internationalen Schuldenstürme durch“. An diesen Maßnahmen halte die Regierung auch in schweren Zeiten fest, wurde er von der BBC zitiert. Anfang der Woche hatte die Ratingagentur Moody's Deutschland, der Niederlande und Luxemburg zwar die Bestnote bestätigt, den Ausblick wegen der Krise in der Eurozone jedoch auf negativ gesenkt.

Die Wirtschaftsagentur Bloomberg verwies darauf, dass S&P anders als die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Fitch am stabilen Ausblick für Großbritannien festhält. Moody's war bereits am 14. Februar und Fitch am 15. März zu der Einschätzung gekommen, dass Großbritannien nur begrenzt mit weiteren Erschütterungen umgehen könne. S&P erklärte dagegen am Freitag, die Ratingagentur erwarte, dass die Regierung des konservativen Premierministers David Cameron auf ihrem Sparkurs bleibt und die Staatsschulden ab 2014 nicht mehr weiter stiegen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erklärte in der vergangenen Woche, Cameron müsse wegen der Konjunkturschwäche möglicherweise seinen Sparkurs lockern. S&P äußerte die Erwartung, dass die Bank von England die Zinsen niedrig hält, um der Wirtschaft zu helfen.

Von

dapd

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

28.07.2012, 13:11 Uhr

Die Verschuldungsrate hat sich in 5 Jahren nahezu verdoppelt die Arbeitslosigkeit liegt über 8%, Industrie kaum noch vorhanden, Riesiege Schattenhaushalte mit imensen Ausfallrisiken.
Was soll in GB denn nun besser sein als in Italien oder gar in Deutschland?

Nach dem bisherigen Modus Operandi der Ratingagenturen müsste GB deutlich abgewertet sein.

Das System ist insgesamt eine Farce.

Account gelöscht!

28.07.2012, 13:22 Uhr

Wer hätte da was anderes erwartet?
Die Rating-Agenturen vertrauen da wohl auf weitere Manipulationen in der Finanzwirtschaft.
Eine Krähe oder so ...

Handelsblatt_Leser

28.07.2012, 14:39 Uhr

Seit 2010 wird in Großbritannien reformiert und alles an Zielen verfehlt, was verfehlbar ist. Und das ohne Konsequenzen fürs Rating. Das ist doch für die Briten klasse, davon träumt ganz Griechenland!

Aber lassen wir die Zahlen sprechen:
BIP UK 2. Q. 2012: -0,7% (Spanien -0,4%, Deutschland +0,1%)
BIP UK 1. Q. 2012: -0,4% (Spanien -0,3%, Deutschland +0,5%)
BIP UK 4. Q. 2011: -0,3% (Spanien -0,3%, Deutschland +0,2%)
Neuverschuldung UK 2012: 8% (Spanien 5,6%, Deutschland 0,7%)
Gesamtverschuldung UK 2012: 88% (Spanien71%, Deutschland 81%)

Auch die langfristigen Aussichten sind weniger rosig. Der Internationale Währungsfond traut Großbritannien für 2012 nur noch ein Mini-Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent zu.

Die Ratingagenturen sind längst Waffen im Finanzkrieg gegen die Eurozone.

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