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08.04.2015

17:03 Uhr

Krieg im Jemen

Iran schickt Kriegsschiff zum Golf von Aden

Der Iran erhöht im Jemen den Einsatz und entsendet einen kleinen Flottenverband in den Golf von Aden. Die US-Regierung bekräftigt dagegen ihre Hilfszusagen für das saudische Militär.

Die Hilfsorganisation Oxfam spricht von einer humanitären Katastrophe in dem Land. AFP

Kämpfer in der jemenitischen Stadt Aden

Die Hilfsorganisation Oxfam spricht von einer humanitären Katastrophe in dem Land.

Bandar Abbas/SanaaDer Iran demonstriert im Konflikt um den Jemen Stärke und entsendet einen Marineverband zum Golf von Aden. Ein Logistik-Kreuzer und ein Kriegsschiff liefen am Mittwoch in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas in Richtung Horn von Afrika aus - und damit auch in die Nähe der umkämpften südjemenitischen Hafenstadt Aden. Mit der Mission solle allerdings nur die iranische Handelsmarine vor Piraterie geschützt werden, sagte Marinekommandeur Habibullah Sadschari laut Nachrichtenagentur IRNA.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Das benachbarte Saudi-Arabien, das mit dem Iran um die Vorherrschaft in der Region wetteifert, unterstützt Hadi, dem es vorläufig Asyl gewährt hat. Seit zwei Wochen bombardiert eine von Saudi-Arabien geführte regionale Allianz Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Der Iran unterstützt die Rebellen, die einer seltenen schiitischen Sekte angehören, offenbar finanziell. Teheran verurteilt die Luftangriffe und fordert ihre sofortige Beendigung. Die Bombardierungen und Kämpfe am Boden fordern viele Opfer unter den Zivilisten und bringen das ohnehin ärmste Land der Arabischen Halbinsel an den Rand einer humanitären Katastrophe.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Die USA unterstützen die saudische Allianz mit Waffen und Geheimdienst-Erkenntnissen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums wollte die Äußerungen von US-Vizeaußenminister Antony Blinken, wonach die USA ihre Waffenlieferungen an Riad beschleunigen würden, in dieser Form nicht bestätigen. Blinken war in die saudische Hauptstadt gereist und hatte dabei auch Hadi getroffen.

„Ich denke, die diesbezüglichen Berichte geben nicht ganz korrekt wieder, was tatsächlich besprochen wurde“, sagte Außenamtssprecherin Marie Harf am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Blinken habe aber die bisherige Politik Washingtons bekräftigt, „die darin besteht, dass wir die (saudische) Allianz logistisch unterstützen, darunter auch mit Dingen wie Geheimdienst-Erkenntnissen“, fügte sie hinzu.

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Die Hilfsorganisation Oxfam warnte indes vor einer humanitären Katastrophe im Jemen. „Die Lage wird von Tag zu Tag schlechter“, sagte der Länderverantwortliche der Organisation, Grant Pritchard, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Rund 10 Millionen der etwa 24 Millionen Einwohner des Landes hätten derzeit nicht genug zu essen.

Das Land müsse mehr als 80 Prozent seiner Lebensmittel importieren, erklärte Pritchard weiter. Da aber alle Flug- und Seehäfen geschlossen seien, kämen seit Tagen keine Güter mehr ins Land. Auch die Versorgung mit Wasser und Strom verschlechtere sich täglich. Zudem fehlten medizinische Güter.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr peter Spirat

08.04.2015, 17:21 Uhr

Benjamin Netanjahu soll seit Tagen schlimmstes Magengrummeln und Panik-Attacken haben.

Als er gestern aufgestanden ist, fliegt dicht über seine Nase ein Iranische Kampfbomber. Endlich hat es der friedliche Iran geschafft, dass er in vollster Kriegsausrüstung an den IS-Grenzen (IS = Israel) steht.

Offiziell begründet der IRAN seine Friedensmissionen damit, dass er die Region ja vor der IS schützen muss. Stimmt zwar, trotzdem bekommt Benjamin Netanjahu eine Panik Attacke nach der anderen.

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